Die Baendur häufen Steine über ihre Toten. Ein Hügel über dem Toten, damit der Wind ihn nicht auseinandernimmt und damit die Nachgeborenen wissen, wo sie stehenbleiben müssen. Eine gute Sitte ist das, eine alte, älter als eure Klans.

Ihr macht es anders. Wer mit der Waffe in der Hand fällt, geht mit dem Rauch. Wer im Bett stirbt, geht in die Erde und hat andere Sorgen. Steine schichtet bei euch niemand auf.

Behaltet das, es ist der ganze Trick.

Denn fast alles, was Jötunn-Blut in sich trägt, wird zu Stein, wenn es stirbt. Was eben noch auf euch zukam, fällt in sich zusammen, und liegen bleibt ein Haufen grauer Brocken, so unschuldig wie jedes Grab am Wegrand.

In den Verlorenen Landen lagen sie überall. Ich bin an Feldern vorbeigekommen, auf denen man nicht geradeaus gehen konnte, so dicht lagen sie. Am Tor, ganz am Ende, hat Thonir sie zu Wällen aufgeschichtet, weil er nichts anderes hatte, hinter das er sich stellen konnte.

Wenn ihr in Grimnir auf einen stoßt, mitten im Wald, weit weg von jedem Baendurkönigreich, an einem Ort, an dem niemand begraben wird, dann sagt euch das dreierlei: Hier stand etwas, das nicht hierher gehört. Jemand hat es getötet. Und niemand wird je ein Lied darüber singen.

Ich sammle diese Orte. Es sind nicht viele, aber mir scheint es werden mehr.

Ein Rat noch, für den Fall, dass ihr je danebensteht, während es geschieht: Zählt niemals die Steine. Das bringt Unglück.

  • Otis der Historiker, an einem Steinhügel, den er nicht selbst gemacht hat