Und so begab es sich, dass sich die Wege unserer Helden zum ersten Mal auf der Expedition zur Insel in der Schlangensee kreuzten. Der harsche Winter währte schon viele Jahre, und in den Klans machte sich zunehmend Verzweiflung breit. Man flüsterte von Ragnarök. Und soo sandten die Völv eine Expedition aus, einen Turm zu finden, den sie in ihren Visionen gesehen hatten, das Schicksal noch einmal zu wenden.

Angeführt wurde die Expedition von Hrolf, dem größten Krieger seiner Zeit. An seiner Seite seine Schwester Rekja, die ihn leiten und die Geschehnisse dokumentieren sollte. Und Kudrun, eine Grim mit grünblauer Haut und scharlachrotem Haar, begabt mit der Macht über Wasser und Tang.

Später stieß Bjørn hinzu, vom Kampf gezeichnet und doch scheinbar friedfertig. Seine Gebete zu Hel, Herrin der Unterwelt, erfüllten die Crew mit Unruhe.

Noch später Ove, geschickt mit Händen und Kampfstab, widersprüchlich weise und unerfahren zugleich.

Doch die Expedition schien dem Untergang geweiht. Viele der Ránsfarar waren bereits verschlungen, von Seeschlangen oder der Schlangensee selbst. Ganze Schiffe gingen verloren, die See war rau.

Ein Blitz schlägt ein

Dann, eines Tages, erhellte ein violetter Blitz den dichten Nebel, Wasser und Eis prasselten auf das Schiff herab, eine Flutwelle brachte es fast zum Kentern, mehrere unserer Helden gingen beinahe über Bord. Kurz darauf erhoben sich zwei ehemals treue Kämpfer zur Meuterei und versuchten, Hrolf zu ermorden. Ihr Anschlag wurde vereitelt, doch sie wirkten verwirrt, und konnten ihren plötzlichen Verrat selbst nicht erklären. Der letzte der beiden suchte den Tod in den Fluten der Schlangensee, statt sich vor dem Rest der Crew zu verantworten.

Und doch, nach einer weiteren kalten und grimmigen Nacht, erreichte die Expedition ihr Ziel. Inmitten einer Insel aus warmem Vulkangestein ragte ein steinerner Turm aus dem Boden, fremdartig, surreal, wie ein Stück aus einer anderen Welt. Seine Wände bestanden aus gewaltigen, nahezu fugenlosen Steinblöcken, einer Handwerkskunst, wie sie auf Grimnir noch nie gesehen war.

Der Turm

Unsere Helden, wie auch Hrolf und die Tapfersten der Crew, machten sich daran, den Turm zu erkunden. Im Untergewölbe, nur durch einen Spalt im Boden zugänglich, fanden Kudrun, Rekja, Ove und Bjørn:

Ein verängstigtes Mädchen, das offenbar vom Regenbogenspeer frisch nach Grimnir gebracht wurde. Sie stamme aus einer “Stadt” namens “Tiefwasser”. Ihren Namen könne sie nicht erinnern. Man solle sie “Siddhe” nennen.

Und sie fanden Schwärme von Ratten – eher Imitationen von Ratten – aus Stofffetzen, Knochenattrappen und rohem Willen, die unsere Helden hungrig attackierten. Aber Stoff brennt, und die Helden besaßen Feuer und Öl.

Uns sie fanden einen seltsamen, mit Fallen geschützten Mechanismus. Drei Edelsteine, im Keller verstreut, riefen eine Treppe, zurück nach oben.

Und dort das erstaunlichste Objekt in diesem Turm, in dem nichts Sinn zu ergeben schien: eine Miniaturwelt unter Glas. Und als Ove und Bjørn den Mechanismus betätigten, sahen sie in Zeitraffer das Schicksal jener Welt: Asche, Lava, kochende Meere, Untergang. Ragnarök.