Nicht alles Übel, das wir zu fürchten haben, entstammt den Verlorenen Landen oder Mirgals Verrat. Manch finstere Macht erwuchs aus Grimnir selbst. Ob zuerst die Eisenherz-Bäume in den verlassensten Winkeln unserer neuen Welt Wurzeln schlugen, oder die Hexen, die sie pflegen – das weiß niemand gewiss. Nur dies wird überliefert: Diese Waldweiber wandelten schon, ehe der Hexenkönig selbst geboren war. Viele glauben, es seien einst Huldra, ursprünglichste Geschöpfe Grimnirs, gewesen, die vom rechten Pfad abgekommen sind.

Die Krieger und Baendur geben ihnen viele Namen. Die Rotfrauen, die Gesichtsdiebe. Doch trotz all der Geschichten über sie finden sich nur sehr wenige wahre Begegnungen in den Überlieferungen. Ihr Wirken verbirgt sich meist hinter dunklen Schatten und Aberglauben.

Ein Dorf, das man verlassen vorfindet, mag Zeugnis der Wilden Jagd sein, einer grausigen Heimsuchung, bei der sich, so sagen sie, manche Hexen zu scheußlichen Bestien wandeln, während andere auf ihnen durch die dunklen Wälder reiten.

Und so machen die Krieger Jagd auf die Hexen, selbst beim kleinsten Hinweis. Es scheint der einzige Weg, wahrhaft sicher zu bleiben. Sie fällen auch die Eisenherz-Bäume, wenn sie sie finden. Denn nur so können diese Wesen keinen festen Halt in Grimnir gewinnen.