Die Ältesten der Völv träumen, was die Götter mit ihnen teilen. Doch Träume sind oft wirr und unvollständig. Sie berichteten den Helden von Fragmenten dessen, was ihnen offenbart worden war: von einem verborgenen Ort, von einem zotteligen Wesen, das den Mond niedergerungen hatte, und von der Weltenschlange, die im Norden wie im Süden Blut vergoss. Doch ebenso neugierig waren sie auf die Berichte jener, die sie die Schicksalsträger nannten.
Und so berichtete Rekja von allem: vom Turm vor Nirgendwo und von Siddhe, von Bjørns Fluch und den Whar, von Fallegur, Rockpike und Kudruns Erbe, vom Brunnen der Weisheit und von Oves wahrer Natur. Und natürlich vom Hexenkönig.
Als die Völv Mirgals Kopf erblickten, wollten sie es zunächst nicht glauben. Es sei unmöglich, dass der Verräter auf Grimnir weile, denn aus seinem Leib sei diese Welt einst geschaffen worden. Dennoch behielten sie den Kopf und bedeckten ihn mit einem schweren Tuch, damit er sie nicht beobachten konnte, zugenäht hin oder her.
Von Siddhe waren sie weit weniger überrascht. Schon jetzt lebe ein anderes Mädchen bei ihnen, das ein ähnliches Schicksal trage. Mera, so sagten sie, würde ihr gewiss eine gute Gefährtin sein. Siddhe solle bei den Ältesten bleiben.
Besonders interessierten sie sich für die Visionen. Bjørn war zutiefst misstrauisch und weigerte sich zunächst, Einzelheiten preiszugeben. Doch die Völv bewiesen ihm, dass sie helfen konnten, und erlaubten ihm, mit der Seele der verstorbenen Skaldin Olayra zu sprechen. So erfuhr er, wie sein Fluch gebrochen werden könne: Olayras Leichnam liege auf einem kleinen Eiland nördlich von Fallegur. Einen Finger müsse er den Völv bringen; den Rest, so versicherten sie ihm, wüssten sie zu vollbringen.
Die Völv gaben den Helden zwei Aufgaben. Die wichtigste sei der Kampf gegen den Hexenkönig, um das Übel an seiner Wurzel zu packen. Doch ebenso bedeutsam sei es, dass sich die Klans der Drifthall auf einen neuen Alljarl einigen könnten, ohne in Krieg zu verfallen. Vielleicht könnten die Schicksalsträger vermitteln.
Und so machten sie sich daran, mehr über die Verfasstheit der einzelnen Klans zu erfahren.

Mutter Guhnbarg, Jarlin der Hallharn und gegenwärtige Alljarl, glaubte, dass nur jene, die in ehrenhaftem Kampf gefallen seien, im letzten Gefecht von Ragnarök siegen könnten. Daher wollte sie einen Wettstreit ausrichten: Kämpfe auf den Tod. Dass die Helden eine Teilnahme verweigerten, gewann ihnen bei ihr wenig Sympathien.
Nachdem Guhnbarg selbst nicht erneut gewählt werden könne, würde sie die Jarlin der Twar unterstützen. Oder notfalls die Lutan.
In einem Methaus wurden weitere Spannungen innerhalb der Drifthall offenbar. Nar, ein gewaltiger Krieger der Knattle, schimpfte über seinen Jarl Hroarr Langspeer, einen Außenseiter, der einst den rechtmäßigen Jarl des Klans – Nars Vater – erschlagen hatte. Oda, Jarlin der verbliebenen Örn, wollte eine Petition einbringen, um Gerechtigkeit für die Verbrechen der Lutan zu fordern. Zugleich hoffte sie, Lynn, die Ewige Ziege, für einen gewaltigen Goldschatz erwerben zu können, so schlecht stand es um die Nahrungsvorräte ihres Volkes.
Die Tvar wurden von ihrer Jarlin Berghild geführt. Ihr Zwillingsbruder war an einem Fluch verendet, mit dem ihn angeblich die Knattle nach einem Streit um ein Handelsschiff König Cenrics belegt hatten.
Berghild glaubte, dass die Aufgabe eines Alljarls darin bestehe, die Klans im gemeinsamen Kampf gegen Ragnarök zu einen. Doch sie wisse nicht, ob sie selbst für das Amt zur Verfügung stünde, solange die Klans so tief zerstritten seien.
Schließlich war da noch Hjordis, die hühnenhafte Jarlin der Risa, des Klans der Tallfolk, den größte Außenseitern der Drifthall. Sie sympathisierte mit den Hallharn und sehnte sich nach dem heldenhaften Tod im letzten Kampf von Ragnarök. Doch ihre größere Sorge galt dem Verbleib des Rests ihrer Flotte. Als die Helden versprachen, bei der Suche zu helfen, stellte sie ihnen Odur zur Seite, einen blauhäutigen, bei den Risa verachteten, Kämpfer.