In der großen Schankstube von Nirgendwo Nirgendwo (Ort)
Grenzstadt der Varang für Verbannte und Neuankömmlinge.
, im Auge des Sturms, hört man viele Geschichten. Die meisten davon sind Lügen. Manche davon sind sogar halb wahr. Und einige wenige verbergen eine Wahrheit, die der Erzähler selbst nicht kennt. Oder nicht kennen will.

Zelan Zelan (Person)
Gastwirtin und Betreiberin der Taverne “Auge des Sturms” in Nirgendwo.
, die Wirtin, ist eine Frau vieler Worte und fester Überzeugungen. Wer lang genug an ihrem Tresen sitzt, wird sie irgendwann über die Tuss reden hören. Die Jötunnblütigen, die angeblich unter uns wandeln.

„Ein lächerlicher Gedanke”, pflegt sie zu sagen, und wischt dabei den Tresen mit einer Sorgfalt, als könnte man damit auch Gerüchte fortwischen. „Denn so lange, wie ich hier lebe, so viele Gesichter, wie ich gesehen habe… Ich wüsste es, wenn solche Wesen unter uns wandelten. Es gibt sie nicht. Unsere Ahnen haben all das hinter sich gelassen, als sie hierher kamen, nach Grimnir. Da bin ich mir sicher.”

Und wer oft genug und genau hinhört, bemerkt eine Pause bei diesen letzten Worten. Immer dieselbe. Und einen Blick. Immer denselben. Nur einen Herzschlag lang.

Denn wer möchte schon hören, dass der Nachbar, der Freund, das eigene Kind – oder gar man selbst – das Blut jener Ungeheuer in sich trägt, vor denen alle hier aus den Verlorenen Landen flohen?

Manchmal ist die gefährlichste Lüge jene, an die man glauben muss, um weiterleben zu können.