Einst, so sagen die Alten, war Palter der Schönste aller Vanir.
Sein Antlitz war makellos, sein Lächeln entwaffnend, seine Rüstung so prächtig, dass selbst Feinde innehielten, um sie zu bewundern. Ein Helm mit Adlerflügeln krönte sein Haupt, und sein kunstvoll geschmiedeter Streitkolben war ein Meisterwerk für sich. Wohin er auch ging, folgten ihm bewundernde Blicke.
Doch während des Exodus, als die Vanir um ihr Überleben kämpften, stellte sich ihm eine Bestie der Jötunn in den Weg. Ein Ungetüm aus Fell und Reißzähnen, größer als ein Pferd, mit Augen wie glühende Kohlen. Es warf ihn nieder und zerfleischte sein Gesicht, ehe Vani und Luta es erschlagen konnten.
Die Heiler retteten sein Leben. Doch sein Antlitz blieb für immer gezeichnet. Tiefe Furchen zogen sich über Wangen und Stirn, eine Seite seines Gesichts auf ewig entstellt.
Und doch, so erzählt man sich, verlor Palter nichts von dem, was ihn wahrhaft ausmachte. Sein Lächeln blieb warm, seine Güte ungebrochen, sein Charme so stark wie eh und je. Er nahm jeden Fremden bei sich auf, gleich woher er kam oder wohin er ging.
Die Örn lernten von ihm die tiefste aller Wahrheiten: Dass wahre Schönheit nicht in Makellosigkeit liegt, sondern in dem, was bleibt, wenn alles Äußere genommen wird. Dass ein Riss, eine Narbe, ein Fehler auch Teil der Geschichte sind.
Und dass Hoffnung selbst dann wachsen kann, wenn alles andere zu Asche zerfällt.