30. März 2019

Togrims Tagebuch, Auszug 21

Tarsakh 17, 1494 DR

In der Nacht stürmt und schneit es, und so können wir nicht sehen, was im abgestürzten Tempel vor sich geht. Es klingt aber so – oder zumindest meinen das die anderen – als hätte sich Iymrith befreien können. Vielleicht erweist sich der Schneesturm doch als vorteilhaft. Von Harshnag fehlt weiter jede Spur.


Wir machen uns auf den Rückweg nach Mirabar, auch wenn wir im dichten Schneetreiben kaum den Weg sehen können. Wir nutzen Eans Seil um uns aneinander zu binden, dass niemand (alleine?) in eine Schlucht stürzt.


Die Reise verläuft erst ereignislos – das Wetter bessert sich – als unvermittelt ein ohrenbetäubendes Kreischen ertönt, und Hoobert im Sturzflug angeschossen kommt, verfolgt von einem viele Hooberte großen Vogel. Wir erspähen in einiger Entfernung eine enge Felsspalte. Ean und Gilchrist beginnen zu rennen, ich teleportiere mich mich Lilleni direkt dorthin.

Die Spalte ist glücklicherweise zu klein für das riesige Biest, aber wir ziehen uns sicherheitshalber weiter ins Innere der Spalte zurück. Dort finden wir, was ein Zufall, die Barbaren, die wir gestern ziehen haben lassen – fest eingefroren. In den Felswänden sehen wir seltsame Löcher und Tunnel.

Bevor wir Ursache für das Ableben der Barbaren finden, findet die Ursache uns: Über uns erwacht ein Eisblock zum Leben (der keiner war), und wir sehen eine hässliche sechsbeinige Eiskreatur, die uns alle mit ihrem Frostatem angreift, um sich dann durch den Felsen nach unten zu bohren. So überraschend wie der Angriff war, gemeinsam kann uns die Kreatur nichts entgegensetzen. Sie versucht noch sich tiefer in den Felsen zu bohren, aber wir lassen sich nicht entkommen.


Der große Vogel hat inzwischen aufgegeben, und wir können unsere Reise fortsetzen. Ich erhalte eine Nachricht aus Mirabar: Die Zwerge haben Dinge über das Rüstungsteil herausgefunden. Wie praktisch.

Tarsakh 21, 1494 DR

Nach mehreren ereignislosen Tagen eröffnet uns Ean, es sei jetzt Zeit für seine letzte Prüfung. Einer von uns müsse mit ihm kämpfen.

Er holt eine Schriftrolle aus seiner Tasche und beginnt zu lesen. Und es passiert… nichts. Was Ean scheinbar ziemlich mitnimmt (sogar körperlich, er ist plötzlich blutverschmiert?)…

Ean und Lilleni erzählen später, sie hätten mit einem Engel gekämpft und die Zeit sei stehengeblieben, und der Boden wäre verschwunden, und dann sei es dunkel geworden, und plötzlich wären da zwei Lillenis und zwei Gilchrists gewesen, und dann hat Ean seine Prüfung bestanden. Soweit so logisch…

Tarsakh 22, 1494 DR

Wir erreichen Mirabar, man kennt uns. Die Zwerge sind sehr gut organisiert.

Auf den Straßen hören wir widersprüchliche Gerüchte, dass in der Stadt eine große Zusammenkunft zweier wichtiger Familien stattfände, um zu versuchen einen alten Fluch zu brechen. Andere wiederum bestehen darauf, dass es sich hierbei um Falschnachrichten handelt, und es dieses Treffen, und sogar diese Familien nie gegeben hat. Vielleicht besser so, wir haben auch so genug um die Ohren.

Auf dem Weg zum Haus des Marschalls kommen wir auch an Laquarts Wagen vorbei. Ich hatte mich schon gefreut, ein bisschen mit unseren neuen Abenteuern angeben zu können, aber von meinem Bruder fehlt jeder Spur. Dafür stehen vor dem Wagen ominös zwei Stadtwachen.

Nach etwas anstrengender Befragung erfahren wir, dass Laquart verschwunden ist. Zusammen mit einigen obdachlosen Kindern, und weiteren Menschen, Halblingen und einem Elf. Die Wachen sind ratlos, es fehlt wohl jede Spur. Wir versprechen zu helfen, und können die Wache überzeugen, einmal den Wagen untersuchen zu dürfen. Leider findet sich nichts von Relevanz.


Erst mal weiter zum Haus des Marschalls, wo wir auch gleich empfangen werden. Man erzählt uns, dass die Zwerge sehr überrascht von den Ergebnissen ihrer Untersuchung sind. Zum einen können sie sich den Maßstab des Objektes nicht erklären, zu dem das Rüstungsteil offenbar gehört (wir sehen Skizzen, die in der Tat viel zu groß erscheinen). Außerdem scheint das Metall völlig unzerstörbar zu sein, so etwas hätten die Zwerge noch nicht gesehen. Mir kommt es so vor, als ob ihnen das ziemlich peinlich ist…

Wir erhalten die Skizzen, und einigen uns, gegenseitig weiter Informationen auszutauschen, falls wir welche erlangen.

Zum Verschwinden meines Bruders bekomme ich auch keine weiteren Hinweise, aber der Marschall stellt mir einen Brief aus, der bescheinigt, dass wir im Namen der Stadt die Vorfälle untersuchen.


Vor der Tür sieht Gilchrist eine Halblings-Frau, die ihm offenbar etwas mitteilen möchte. Sie verschwinden in eine Gasse, aber der Meisterschurke Togrim kann ihnen unbemerkt folgen, und die gesamte Unterhaltung mithören. Sie reden über das Wetter.


Wir kehren im Feuerhammer ein. Hier hatte auch Laquart sein Zimmer, und mir wird erlaubt seine Sachen zu untersuchen. Dort finde ich sein Tagebuch, und einen ersten Hinweis: Er schreibt viel über obdachlose Kinder, denen er helfen möchte, und für die er wohl auch Gold gespendet hat.

Auf Nachfrage gibt mir die Wirtin etwas mehr Auskunft: Ja, die „Streuner“-Kinder kennt sie, da gäbe es ein Waisenhaus nahe des Friedhofs. Aus ihrer Sicht würden die Kinder alle zu Dieben erzogen werden, sie halte da nichts von.

Zumindest ein erster Anhaltspunkt…