28. April 2018

Togrims Tagebuch, Auszug 1

Das vorliegende Tagebuch von Togrim Turco (bekannt als “der irre Togrim”) ist durch eine glückliche Fügung dem Bardenkolleg zu Yartar in die Hände gefallen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse kann diesem Buch ein gewisses historisches Interesse nicht ganz abgesprochen werden – mag es sich auch über weite Strecken um belangloses Geschreibsel handeln. Das Bardenkolleg hat deshalb beschlossen, dieses Buch in kommentierter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der Leser möge das Geschriebene mit Vorsicht genießen.

- Ultram Alberich, Oberbibliothekar, Bardenkolleg zu Yartar

29. Hammer, 1494 DR

Komme abends in Nightstonean. War beauftragt, näheres über den dem Dorf namensgebenden Monolithen herauszufinden. Angeblich magisch, bisher konnte aber niemand genaueres herausfinden. Dem werde ich sicher auf den Grund gehen können!

Erst mal hab ich mir aber zur Nachtruhe ins Split Inn zurückgezogen. Der Monolith läuft ja nicht weg!

Wollte die Unterkunft mit einer musikalischen Aufführung bezahlen, der Wirt (ein gewisser Morak hat aber aus unklaren Gründen abgelehnt. Wohl kein Musikliebhaber.

30. Hammer, 1494 DR

Der Monolith ist weggelaufen!

Werde äußerst unsanft geweckt. Ein riesiger Felsbrocken ist mir beinahe auf den Kopf gefallen!

Überall bricht Chaos aus. Ich bewahre wie üblich einen kühlen Kopf und beschließe, mir im Turm des örtlichen Tempels Überblick zu beschaffen. Auf dem Weg stelle ich dann auch fest, dass der Monolith wie vom Erdboden verschwunden ist! Offenbar sind noch zahlreiche weitere Felsen auf das Dorf gefallen.

In der Kirche beginne ich die Glocken zu läuten in der Hoffnung Hilfe herbeizurufen. Die kommt auch einige Stunden später in Form einer berittenen Gestalt (die sich später als “der Duke von Brightwood”, “immer auf der Suche nach Abenteuern” vorstellt; ganz sympathischer Kerl, auch wenn sein liebstes Abenteuer wohl “viel Bier trinken” zu seien scheint, und eines Halbelfen (“Ean”, offenbar vom Duke als Söldner angeheuert).

Das Dorf wurde wohl inzwischen von plündernden Goblins und anderem Ungeziefer überrannt, denen sich die beiden aber rasch entledigen. Ein Goblin wagt es zu mir aufs Dach zu klettern, wo ich ihn mit einer Schockwelle empfange. So ein Goblin fliegt erstaunlich weit!

Wir beschließen unser gemeinsames “Abenteuer” in der Taverne (oder dem was davon übrig ist) mit ordentlich Bier zu begießen. Duke findet einen plündernden Goblin, den er ungefragt (und unfreiwillig) zu unserem Saufkumpanen erklärt.

In der Taverne treffen wir außerdem eine gewisse Kella Darkhope, die sich – wenig glaubhaft – als wandernde Mönchin vorstellt. Egal, jeder hat so seine Geheimnisse…

Wenig später stoßen noch zwei weitere Gestalten zu unserer provisorischen Truppe, ein weiblicher Gnom namens “Liliana”, und ihr etwas groß geratenes Haustier, der schwarzer Panther “Rama” (“wie die Butter”, das hab ich aber nicht verstanden). Irgendwie scheinen die beiden nur begrenzt Enthusiasmus für unsere lustige Gesellschaft aufzubringen, bleiben aber dann doch bei uns…

Der restliche Tag besteht größtenteils aus dem abwechselnden Umbringen und Abfüllen diverser Goblins, und dem Verzehr unziemlicher Mengen Bier.

Am Nachmittag gelingt es uns die örtliche Burg zu erreichen. Der einzige Zugang, eine Holzbrücke, war teilweise eingestürzt. Das kann uns aber nicht abhalten, wir überqueren die Lücke mit einem waghalsigen Sprung.

In der Burg treffen wir einige Wachen, die um die (offenbar von einem Felsen erschlagene) Lady Nandar, „High Stuart zu Nightstone“ trauern. Viel wichtiger können sie aber endliche etwas Licht in die ganze Angelegenheit bringen: Offenbar wurde Nightstone über Nacht von einer fliegenden Wolkenstadtangegriffen!! Und den Monolith wurde gestohlen!!

Die örtliche Bevölkerung sei angeblich in eine Schutzhöhle nördlich des Dorfes geflohen.

Wir verabschieden uns und kehren zum Gasthof zurück, treffen dort aber auf sieben düstere Gestalten, mit ihrem Anführer Xolkin, die – so stellt sich heraus – mit Kella (falls das überhaupt ihr richtiger Name ist!) unter einer Decke stecken.

Duke versucht sich – in seiner optimistischen Art – mit den Neuankömmlingen zu verbrüdern, woran diese aber wenig Interesse haben. Stattdessen stellt sich heraus, dass sie Söldner der Zhentarim sind, die sich das wehrloses Dorf unter den Nagel reißen wollen. Sie versuchen uns prompt anzuheuern, die verbleibenden Burgwachen zu beseitigen.

Wir gehen zum Schein darauf ein und reiten zurück zur Burg. Dort stellen wir den Söldnern eine Falle: wir lassen den Spalt in der Brücke mit einem Illusionszauber kleiner erscheinen, als er ist. Es gelingt uns, zwei der Söldner samt Pferd in die Schlucht stürzen zu lassen. Mit dem Rest machen wir kurzen Prozess.

Schließlich gelingt es uns noch, die aus dem Dorf fliehende Kella abzufangen. Sie versucht noch mittels einer fliegenden Schlange eine Botschaft abzuschicken, hat dabei aber nicht mit Liliana gerechnet, die die Schlange mit einem eindrucksvollen Bogenschuss vom Himmel holt.

Wir nehmen Kella gefangen, und ziehen uns zur Nachtruhe wieder in die Tarvene zurück.

Was für ein Tag!