Harumans Hügel, Audienz bei Tiamat

Lesedauer ~ 4 Minuten · 21. August 2021

Aus dem flammenden Portal steigen drei Gestalten. Haruman, zwei weitere Teufel. Ihr Kommen allein treibt die Furcht und Pein in die Aufgespießten Verräter auf dem Hügel. Er verlangt zu wissen, wer seinen Vampir vernichtet hat. Es spielt keine Rolle. Ketis entscheidet sich, den Kampf zu eröffnen. Hätte er es nicht gemacht, wäre ich es gewesen. Der Kampf ist hart, wir haben es hier mit Zariels rechter Hand und deren Untergebenen zu tun. Unter Toni wächst ein Baum, spießt ihn auf wie die anderen Gestalten hier auf dem Hügel. Ein Schild ziert seinen Pranger - er habe einen Offizier tätlich angegriffen. Hier geht es wohl mit Recht und Ordnung zu. Doch dahinter stecken weder Recht noch Ordnung. Diese Art der selbst gewählten und selbst-dienenden Gerechtigkeit steht für alles, was Torm verhasst ist - und damit mir. Wir vernichten zuerst den einen Teufel, dann bleiben noch die beiden anderen. Haben wir die Angreifer verletzt, scheint Haruman sich und seine übrige Teufelin zu heilen. Dazu bringt er Opfer. Nicht er selbst - das Opfer tragen die gequälten Seelen, über die er zu wachen hat. Wir erlösen schnell die anderen Seelen von ihrer Qual und dem Dasein auf diesem Hügel, ehe er sie noch mehr zu seinem Nutzen leiden lässt. Um diesen feigen Vorteil beraubt ergreift Haruman die Flucht. Sein dunkles Pferd erscheint und trägt ihn in einige Entfernung, weg von unserem Zorn und unseren Waffen, hin zu einfacheren Gegnern. Wir erledigen seine letzte Verbündete, damit wir uns ganz ihm widmen können. Er hat noch eine weitere List parat. Umso mehr wir ihn schädigen, umso mehr geht er in Flammen auf. Lodernde Glut und brennendes Feuer umhüllen ihn, versengen alle die ihm zu nahe kommen. Toni erledigt ihn schlussendlich, aus sicherer Entfernung. Ein paar magische Geschosse sind das letzte, was er noch einzustecken vermag. Am Ende strecken ihn die Geschosse nieder, er geht in einer letzten Explosion noch einmal in Flammen auf. Zu viel für mich, an vorderster Front. Die Luft aus den Lungen verbrannt liege ich zu Boden, ehe meine Kameraden mich aufrichten können. Die Erde bebt unter mir, der große Baum am Ende des Hügels beginnt kräftig zu rosten. Der Boden darunter gibt nach, bis der Baum abrutscht und verschwindet - hinab in den Styx. Genug Aufregung am Boden, doch über uns scheint noch ein Luftschiff zu kreuzen. Langsam, in einiger Entfernung. Keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. Wir müssen von diesem Hügel herunter, ehe der uns mit in die Tiefe reißt.

Ketis erstattet Bericht bei Bel, über seine telepathische Verbindung. Haruman ist besiegt. Vielleicht weiß er davon schon, falls die beiden Imps, die uns weiterhin unsichtbar verfolgen, seine sind. Wir erfahren, dass mittlerweile nur noch der Companion Elturel über dem Styx hält. Um diesen aus dem Weg zu schaffen, seien die neun Stäbe notwendig. Die Stäbe, die Ketis für Bel gesammelt hat und nach denen Gargauth trachtet. Gargauth, dessen Aufgabe es ist, die Städte in den Styx zu ziehen. Wo er sich versteckt hält, wissen wir nicht.

Audienz mit Tiamat

Wir wollen weiter, zum Dock der gefallenen Städte. Besonders weit kommen wir nicht, ehe sich unser Fahrzeug mit Nebel zu füllen scheint. Schäden am Fahrzeug gibt es nicht, der Antrieb ist in Ordnung. Daran kann es nicht liegen. Wenig später erhebt sich unser Fahrzeug in die Lüfte! Ein großer, weißer Drachen hat uns ergriffen. Sein Name ist Obtalla, ein Kind Tiamats. Tiamat hat ihre Champions zu sich gerufen. Sie sind alle gekommen, bis auf einen - Toni. Ihn zu holen ist nun Obtalla hier. Wir anderen müssen mit. Wir haben keine große Wahl. Wir fliegen über die Türme entlang des Styx, über die Überreste von Harumans Hügel, vorbei an der Pyramide, durch Gewitterwolken, bis wir an einem großen Turm ankommen, nebst einem großen Drachenschädel. Der Drachen entlässt einen lauten Schrei, uns anzukündigen. Aus dem Turm heraus kommt jemand, den wir schon kennen. Tonis Großmutter Krull erscheint, erzählt uns von der Audienz mit Tiamat. Wir sollten rasch dorthin aufbrechen, denn Tiamat sei selten geduldig. Nach einiger Zeit erreichen wir unser Ziel, schreiten durch den aus Knochen nachgebildeten Kopf eines Drachen hinein in eine Höhle. In der Höhle selbst scheint ein großes Zelt zu stehen! Davor parken zwei Fahrzeuge, von der kleinen Sorte, wie Sasilas sie fuhr. Ein Trupp Abishai steht bereit, offenbar zur Wache abkommandiert. Wir werden in das Zelt hinein geleitet. Drin warten bereits zwei weitere Champions Tiamats. Ein Minotaure, mit brennenden Waffen. Ein Dragonborn, mit einer auffälligen Hand, die nicht zu ihm zu gehören scheint. Und nun auch Toni, mit seinen Leibwächtern. Sie unterhalten sich in ihrer eigenen Sprache, offenbar die der Drachen. Uns bleibt nicht viel übrig als zuzusehen - so wenig nützlich uns das Zuhören gerade ist. Der eine trägt eine Phiole an einem Band um den Hals. Darin schwappt etwa eine Fingerspitze irgendeiner Flüssigkeit, wie Blut, geziert vom Siegel Tiamats.

Wir werden weiter in die Höhle hinein geleitet. Toni darf hier nun fünf Fragen stellen. Nun beginnt offenbar die Audienz mit der Drachengöttin. Wie so oft bei Fragen an die Götter bedürfen die Antworten entweder einiger Interpretation oder sind knapp und präzise, aber etwas wenig hilfreich. Tiamat ist bereit, uns beim Sturm auf Zariels Festung zu helfen. Wie - das ist nicht klar. Uns danach zu helfen, das Dock der gefallenen Städte zu finden, sei irrelevant. Der Riss in Tonis Panzer rührt nicht vom Wirken Tiamats her. Auf die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, Zariel entgegenzutreten, gibt es nur eine schwer verständliche Andeutung. Ein paar Dinge sind nun offen. Hilft uns Tiamat im Kampf gegen Zariel, wird das sicherlich das Ende Zariels bedeuten. Götter - und Drachen - sind meist derart konsequent. Mit dem Tode Zariels verlieren auch alle mit ihr geschlossenen Verträge ihre Wirkung. Das wäre für Tiamat ein Schritt weiter in Richtung ihrer Freiheit. Die beiden anderen Champions Tiamats nehmen sich Ralzalas an, die noch immer auf das Blut eines Titanen wartet.

Tiamat