Zur hohen Halle

Wir schreiben den 27. Flamerule 1494 · Lesedauer ~ 5 Minuten · 1. August 2020

Der Halbelf kämpft gegen die Schlinge, versucht sich zu halten. Ich stütze ihn von unten, nehme ihn auf meine Schultern. Veil klettert auf den Baum, den Strick loszuschneiden. Langsam können wir den Gehängten herunterlassen, aber nicht bevor uns die ersten Monster angreifen. Riesige Wölfen gleichen sie, mit ihren Fängen und Klauen. Wir erledigen sie, einer entkommt. Der Halbelf ist dankbar, berichtet uns von seinem Schicksal. Sie haben ihm aufgelauert, ihn irgendwie dazu gebracht, sich selbst aufzuhängen. Wir begleiten ihn zu seinem Haus. Es steht noch, größtenteils. Die meisten Häuser hier haben große Löcher, eingeschlagene Fenster. Der Companion schießt noch immer seine Blitze in die Stadt. Teufel und anderes Gesocks streifen durch die Gassen. Der Wind hilft sicher nicht. Der Wind macht vergessen, wenn man nicht aufpasst.

Barghest

Wir kommen den Brücken näher. Zwei gibt es, und wir müssen den Fluss überqueren, um die hohe Halle zu erreichen. Vom Fluss ist nicht mehr viel da. Die Ufer sind nun Klippen, darunter klafft die Leere der Hölle. Die Stadt schwebt nun über einem dunklen Fluss, es riecht nach Feuer und Schwefel. An großen Ketten befestigt wird sie hier gehalten. Jenseits des Flusses sehen wir in der Ferne die hohe Halle. Auch sie liegt in Trümmern. Rauch steigt auf.

Die Brücken sind noch da. Auf ihnen erspähen wir glänzende Rüstungen. Sie werden bewacht. Ein großer, weißer Teufel wartet schon auf uns. Er verlangt Wegzoll. Unser Gold ist ihm nicht genug. Eine Seele muss es sein. Eine dieser Seelenmünzen, wie wir sie schon kurz nach Waterdeep gefunden haben. Wir haben keine. Wir wollen auch keine haben. Ein grausiges Verbrechen, eine Seele zu handeln wie Gold. Wir machen uns auf den Weg zur anderen Brücke. Dort wachen andere Teufel. Auch sie wollen Wegzoll, doch sie sehen zerbrechlicher aus. Mit denen wollen wir es aufnehmen. Wir treten in Verhandlungen. Schnell wird klar, dass wir nicht haben, was sie wollen und dass sie trotzdem wollen, was wir haben. Wir haben aber einen Vorteil. Diese Brücke ist Torm geweiht. Torm‘s Blade. Der Gerechte wird uns auch hier in den Höllen nicht im Stich lassen, beim Kampf gegen diese Teufel. Ich spreche ein Gebet zu Torm, erbitte seinen Beistand. Sein Beistand erscheint so gleich. In die Brücke sind geheiligte Runen eingelassen, deren Magie uns im Kampf gegen die unheiligen Teufel unterstützt. Mit Torms Hilfe machen wir ihnen den Gar aus.

Bone Devil

Die Teufel tragen Teile einer Rüstung. Ein Harnisch hier, Armschienen da. Vom einstigen Glanz der Rüstungen der Rüstungen ist nicht mehr viel übrig. Wir machen uns auf den Weg. Nachdem wir die Brücke überquert haben, begegnet uns eine Figur, in eine Robe gehüllt. Er wirkt nicht aggressiv. Mehr ängstlich. Er muss hier schon viel gesehen haben. Zu unserem Glück! Er zieht uns in eine Gasse, bevor wir gesehen werden. Ein Reiter eilt zu einem Kampf in der Nähe. Dämonen. Der Kerl traut uns nicht. Wir können es ihm nicht übel nehmen. Hier sollte man niemandem trauen. Hier lauern überall gefahren.

Langsam schleichen wir uns zum Eingang der Hohen Halle voran. Dort angekommen finden wir das Tor versperrt. Zwei scharfe Hunde bewachen den Eingang. Tony schickt Surina, sich einen Überblick verschaffen. Sie kommt wieder. Irgendwas muss passiert sein. Vielleicht ist sie gesehen worden. Das Tor tut sich auf, heraus kommen vermummte Gestalten. Sie kommen auf uns zu, hetzen auch die Höllenhunde auf uns. Wir ziehen uns zurück. Der Weg zur Hohen Halle war zu anstrengend, wir sind keinem weiteren Kampf gewachsen. Wir verstecken uns in den Häusern, suchen etwas Rast. Um ein Haar werden wir gefunden, doch wir können den Verfolgern fürs Erste entgehen.

Wir schleichen uns in die High Hall, durch das nun offene Tor. Darin finden wir, wie überall hier, eine Spur der Verwüstung. Blutspuren. Leichen der Wächter liegen herum. Unmöglich zu sagen, wie lange schon. Die Darstellungen Torms sind entweiht. Statt seiner Darstellung ziert nun die eine weibliche Fratze die Wände und Statuen. Zariel. Sonst finden wir hier niemanden. Es ist still, keine Spur von Ulder Ravengard oder anderen. Reya sucht den Weg in die Keller. In einem Altar Torms entdecken wir eine versteckte Treppe hinab. Dort unten hören wir Flüstern.