Zum Luftschiff

Lesedauer ~ 6 Minuten · 1. Mai 2021

Wir wollen also einen Dämon wiederbeleben. Den haben wir neulich erst mit viel Anstrengung erledigt. Der war auch wirklich gefährlich. Ketis ist das aber wichtig. Der Dämon muss wieder gefangen genommen werden. Wir bereiten uns auf das Ritual vor. Bevor es aber los gehen kann, steht noch eine Rast an. Wir kommen zu etwas Erholung, bis bald auch schon eine kleine Abordnung Teufel erscheint. Kettenteufel. Sie greifen nicht an, im Gegenteil. Bel hat sie geschickt, uns bei der Gefangennahme des Dämons zu helfen. Los geht es also. Wir wollen dem See von Dämonenüberresten nicht zu nahe kommen. Toni hat, natürlich, rein gefasst und sieht seitdem nicht mehr so jugendlich frisch aus wie sonst. Wir nehmen den Umweg über unseren magischen Ring. Ich beschwöre das Ritual in den Ring hinein. Veil nutzt die nun dort gespeicherte Energie um den Effekt auf die Ferne zu wirken. So gelingt es uns auch, den Sibriex wiederzubeleben. Die Kettenteufel stehen bereit. Sie nehmen den Dämon sogleich in Gefangenschaft. Dieser wehrt sich. Nicht körperlich, dazu ist er nicht in der Lage. In meinem Kopf entstehen Bilder. In den Köpfen der anderen sicherlich auch. Eine große Gestalt, mit einem Helm und seltsam bekannt. Sie sieht sich um, scheint mich zu erkennen. Ich habe das Gefühl, zu wissen, wo diese Gestalt und ihre Gefolgschaft sind. Auf einem gigantischen Schiff auf dem Styx. Wenn ich weiß, wo er ist, weiß er vermutlich auch stets genau, wo ich bin.

Baphomet

Eine Prüfung für Toni

Wir überlassen den Sibriex und die Schwierigkeiten, ihn gefangenzuhalten, den Kettenteufeln. Was uns angeht haben wir den Auftrag erfüllt. Ein Sibriex, lebendig und gefangen. Alles weitere ist nun nicht mehr unsere Verantwortung, wir fahren davon. Unser nächstes Ziel sind die Feuerebenen. Zum abgestürzten Luftschiff. Auf dem Weg vorbei an einem der Wachtürme am Styx sehen wir oben einen grünen Abishai stehen. Wir fahren sonst ja an vielen vorbei, aber für Abishai halten wir meist an. Tonis Prüfungen. Besonders scharf bin ich nicht auf seinen Werdegang als Champion Tiamats, falls es das ist, worauf das hier hinausläuft. Vielleicht kommt alles auch ganz anders. Vielleicht kann ich es auch aufhalten oder zumindest in eine Richtung bewegen, die nicht den Untergang Torils beinhaltet. Wir halten an, stellen das Fahrzeug direkt am Turm ab. Unten an der Tür empfängt uns schon der Abishai. Er hat ein Geschenk für Toni. Mit den besten Grüßen aus der Küche, meint er. Ein Herz, aus Gold. Toni erkennt es, das Herz einer Tortle. Tonis Großmutter habe keinen Bedarf mehr dafür, erfahren wir. Der Abishai fliegt von dannen, verschwindet im Dunkel des Turms. Wir brechen die Tür auf und versuchen, ihm nach oben zu folgen. Die Leitern und Treppen sind steil. Umso höher wir klimmen, umso lauter wird ein Geräusch, wie von Flügelschlag. Nicht nur wir kommen oben an. Kaum haben wir das oberste Stockwerk erklommen, landet ein gewaltiger Drachen auch auf dem restlichen Gemäuer, was mal ein Dach des maroden Turms war. Irgend etwas ist seltsam an diesem Drachen. Das scheint kein wirklicher Drachen zu sein, er gleicht eher unserem Fahrzeug. Bevor wir uns darüber zu viele Gedanken machen können, passieren viele Dinge gleichzeitig. Der Boden des Stockwerks bricht ein. Wir stehen auf diesem Boden, also fallen wir hinab in das darunterliegende. Der Drachen schlägt nach uns. Er wirkt irgend einen Zauber. Lulu und Fyron scheinen dem zu erliegen. Mit zuvor unbekannter Gier trachten sie plötzlich nach dem goldenen Herz. Toni, der es bei sich trägt, trachten sie nach dem Leben. Ich vermag, den Zauber zu unterbinden. Toni versucht, mit dem Drachen friedlich zu sprechen. An Verhandlungen ist nicht zu denken, es kommt zum Kampf. Den Trick mit dem einstürzenden Stockwerk versucht er noch einige Male, ehe wir ihn erlegt haben. Zerdellt und Zerbrochen liegt der Drachen vor uns, doch aus seinem Inneren klettert der Abishai heraus. Er war es wohl, der den mechanischen Drachen gesteuert und gegen uns gelenkt hat. Auch ihm machen wir schnell den Gar aus. Während die Reste des Drachens schon in sich zusammen fallen und sich zu Staub auflösen, ertönt wieder eine Stimme. Wir hätten große Stärke bewiesen, doch für des Rätsels Lösung müssten wir noch stärker werden.

Abishai

Flussüberquerung mit Schäden

Wir fahren weiter, bis wir zu einem Zufluss des Styx kommen. Auf der Fahrt spreche ich ein Gebet der Heilung. Nach dem Kampf gegen den Drachen haben wir diese Unterstützung Torms nötig. Vor uns liegt ein Fluss, schmäler als der Styx - und doch nicht einfach für uns überwindbar. Wir diskutieren, wie wir dieses weitere Hindernis überwinden könnten. Wir könnten mit dem Floß den Styx hinab fahren und jenseits seines Zuflusses wieder anlegen. Wir könnten eine Brücke suchen. Selbst eine bauen. Wir entschließen uns schlussendlich, mit einer Rampe über eine schmale Stelle zu springen. Der Plan ist gut, wir bereiten uns vor. Avernus ist aber trügerisch. Eine plötzliche Flammenwolke aus den nahen brennenden Ebenen erschrickt Ketis. Er muss mit dem Fahrzeug ausweichen. Wir kommen leicht vom Kurs ab, prallen gegen eine Sandbank. Das Fahrzeug raucht, alles ist voller Sand. An ein Weiterfahren ist so nicht zu denken. Das verstößt gegen alle Vorschriften. Wir müssen hier Halt machen, das Fahrzeug reparieren. Die Reparatur gestaltet sich hier draußen schwieriger als gedacht. Wir haben nicht die richtigen Werkzeuge, nicht alle Ersatzteile. Ich muss improvisieren. Torm hat ein Einsehen. Nach so vielen Bemühungen, das Fahrzeug in Schuss zu halten, zu warten und zu reparieren habe ich viel Erfahrung gewonnen, die allgegenwärtigen Löcher notdürftig zu verschließen, aus denen in unserem Fahrzeug immer mal wieder Rauch austritt. Mir ist fast, als reiche nun das bloße Berühren schon, kleinere Schäden und Löcher im Fahrzeug zu verschließen. Wir können endlich weiter fahren. Wir nähern uns langsam der Festung. Doch auch uns nähert sich etwas. Auf dem Styx nähert sich ein würfelartiges Gefährt, oben drauf die Gestalt, die mir der Sibriex gezeigt hat. Schatten lösen sich von diesem Schiff, vogelartige Dämonen fliegen herum, kreisen über uns, kommen näher.

Vrock

Das Luftschiff

Ehe sie uns erreichen, erreichen wir jedoch schon das Luftschiff und eilen hinein. Das Schiff ist nicht in gutem Zustand, wie anzunehmen war. Es ist hier abgestürzt und seitdem hat sich sein Zustand nicht verbessert. Die harten Winde in Avernus, die nahen brennenden Ebenen, Einschläge von Meteoriten haben ihr übriges getan. Wir irren etwas durch die Gänge, bis wir zum Kommandoraum vordringen. Vermutlich gibt es dort keinen Astralkolben, aber vielleicht etwas Überblick. Wir stoßen auf einen einsamen Gnoll, der an einem Knochen nagt. Vermutlich von einem Menschen. Toni drückt Knöpfe. Plötzlich ertönt lauter Krach, fast wie Musik. Nur eben Krach. Der Gnoll schreckt auf, läuft davon. Ein kleiner Schwarm dieser riesigen Mücken, die es in Avernus zu geben scheint, flieht. Die ersten Vrocks haben uns gefunden, offenbar Späher. Es gelingt uns, sie zu verjagen. Ein riesiger Wurm kriecht einen Schacht hinauf, greift Fyron und mich an. Mit Mühe und Not erledigen wir auch ihn. Der Schacht diente zuvor wohl der Kommunikation mit anderen Teilen des Schiffs. Dadurch wird man wohl überall gehört, wo der Schacht hinführt. Veil versucht, eine Notiz zu lesen, die sie herumliegen gesehen hat. Sie braucht dafür ihr neues Wörterbuch. Ketis findet eine Schatulle und mit etwas Mühe auch den dazugehörigen Schlüssel. Darin wartet ein Vertrag - offenbar zwischen einem gewissen Sasilas und einer Teufelin, die wir schon getroffen haben. Lucille.

Sasilas