Der Verrat Zariels

Lesedauer ~ 6 Minuten · 26. Juni 2021

Als Grafton langsam das Schwert aus dem Stein zieht, setzen die Eingebungen fort.

General Ashmedai

Eine Legion von Engeln steht stramm, die flammenden Schwerter mit den Spitzen nach unten vor sich gerichtet. Vor ihnen umher reitet ein weiterer Engel auf einem geflügeltem Löwen. Sein Gesicht gleich in Schönheit und Anmut dem seines mächtigen Reittiers. Auch Zariel ist hier - jünger, unschuldiger, aber voller Tatendrang. Der berittene Engel unterbricht die Inspektion seiner Truppen. Er spricht. Nicht zu Zariel, zu einem Engel etwas abseits - Chazaqiel, von der neunten Legion. General Ashmedai und seine Truppen sind hier, weil das Elysium das avernische Paradies einzunehmen plant. Zusammen mit den Legionen des Himmels wollen sie den achten Himmel sichern.

Der große Verrat

Auf großen, weichen Schwingen durch die Nacht. Und durch einen dichten Wald. Irgendwo in der Nähe steht der Wald in Flammen. Eine Wand blauer Flammen tobt, lässt seltsame Schatten durch das sich windende Laub tanzen. Die Luft ist schwanger von violettem Rauch. Weiter vorn - Zariel. Eine kleine Gruppe von Engeln taucht aus der Nacht auf, angeführt von Chazaqiel. Zariel fordert einen Bericht zur Lage ein, fragt nach einem Sanniel. Sanniel habe aber nicht länger das Kommando, meint Chazaqiel. Vielmehr übernehme er das nun. Chazaqiel folgt weiter dem Befehl von Ahsmedai, doch dessen Pläne haben sich geändert. Er hat Avernus für sich beansprucht. Dann handelt es sich also um Verrat! Chazaqiel will Zariel überreden, sich ebenfalls diesem Aufstand anzuschließen und ihrem Eid an Ashmedai zu folgen. Sie hält sich lieber an ihren Eid dem Himmel gegenüber, zieht ihr Schwert. Beide Engel befehligen eine Schar von Solaren, doch schon nach kurzer Zeit ertönen Trompeten, kündigen das Eintreffen von Verstärkungen an. Zariel befiehlt den noch ihr treu ergebenen, sich einen Weg freizukämpfen und zu fliehen. Ein Blitz von goldenem Licht erstrahlt. Eine Stimme ruft, der Dämonenlord fliehe

Erster Besuch in Idyllgen

Zariel reitet auf einer riesigen Lulu. Ein kleiner Trupp von Engeln und anderen himmlischen Wesen ist hinter und über ihnen versammelt. Über einem Schlachtfeld aus Schlamm und Blut blicken sie auf eine Teufelin, die auf einem Höllenhund reitet. Sie ist von einer bunten Bande Teufelsbrut umgeben. Die Teufelin hat kupferfarbene Haut, dunkles Haar und zwei geschwungene Widderhörner auf dem Kopf. Ihre Lippen sind zu einem verführerischen Lächeln geschwungen. Ihre bräunlichen Augen und ihr taktierender Blick sprechen eine andere Sprache.

Glasya

Zariel befragt die Teufelin. Wer sie sei. Was sie hier wolle. Was sie auf die Ebene der Sterblichen gebracht habe, will sie wissen. Ihr Name sei Glasza, erste und einzige Tochter von Asmodeus. Die Engel werden unruhig, doch Zariel gebietet ihnen Einhalt. Sie wolle im Grunde das gleiche wie Zariel. Sie verfolge den Dämonenfürsten Yeenoghu, zu seinem Massaker an den Menschen. Doch Yeenoghu ist bereits verschwunden. Vermutlich zurück in die Abyss. Die beiden verhandeln. Sie einigen sich, friedlich von dannen zu ziehen. Schließlich hätten sie für ein gemeinsames Ziel gekämpft. Wieder ein goldener Blitz.

Zariels Fall

Nebel verzieht sich über einem Schlachtfeld unter dem sonst blutroten Himmel Avernus. Ein paar versprengte Teufel schaffen Leichenberge bei seite. Auch Teufel. Am Ende eines Hügels, zwischen den letzten toten Teufeln, Zariel. Blutbefleckt. Die Teufel ziehen sich langsam zurück. Große Unruhe entsteht, als sich die ersten ehrfurchtsvoll zu Boden werfen. Ein hochgewachsener Teufel mit kastanienbrauner und roter Haut, gekleidet in schwarz-goldenen Gewändern, schreitet durch die verstreuten Leichen. Ashmedai, einst himmlischer Marschall der Legionen des Himmels. Jetzt Teufel. Asmodeus. Seine Augen glühen, doch seine Stimme ist voll Eleganz und Anmut. Wo Zariels Schwert sei, will er wissen. Zariel wird etwas Wasser gereicht, doch sie schlägt den Kelch verächtlich zur Seite. Sie unterhalten sich. Asmodeus glaubt nicht, dass Zariel den Blutkrieg beenden könnte. Auch wenn sie in ihm nun das Böse sehe, habe er zumindest einen Unterschied machen können. Er werde den Blutkrieg beenden. Wie viel sei das Streiten für das Gute wert, wenn man doch inmitten von Leichenbergen stünde, so wie jetzt? Er bietet ihr einen Platz an seiner Seite an, unter den dunklen Acht. Das Kommando über eine ganze Blutlegion. Schließlich akzeptiert Zariel. Sie geben sich die Hände, verbünden sich. Wieder ein goldener Blitz.

Zariels Bitte

Zariel und Yael, beide schwer geharnischt. Zariel überreicht ihr blau glühendes Schwert in die Hände Yaels. Yael will sich weigern, doch es ist notwendig. Sie nimmt das Schwert an, übernimmt die Aufgabe es zu verstecken und sicher zu bewahren. Mit dem Schwert wird noch mehr übergeben - ein Teil von Zariel, ein Funken, ein Splitter ihrer ewigen, himmlischen Seele. Eine Erinnerung, die war und die wieder sein könne.

Zurück in der Zitadelle

Die letzte Eingebung endet. Um uns herum stürzt die Zitadelle ein. Gerade habe ich noch nach dem Schwert gegriffen. Gerade waren wir noch in zahlreichen Eingebungen über Zariel gefangen, wie fern von dieser Welt. Nun regnet es Blut und Fleischbrocken. Hier müssen wir weg, noch bevor ich alles verstanden habe, was nun anders ist und was von uns erwartet wird. Zwischen uns und unserem Fahrzeug sitzt jedoch ein riesiger Dämon. Mit seinem nicht weniger riesigen Maul verschlingt er herbei geeilte Dämonen und Trolle gleichsam. Als nächstes hat er es auf uns abgesehen. Mit einem riesigen Satz springt er auf uns zu. Noch so ein Sprung und er verschlingt als nächstes uns. Mit dem legen wir uns nicht an. Veil und Ketis sprechen ein paar Zauber. Bis auf Lulu und mich wachsen allen Flügeln. Wir brauchen keine, wir haben bereits welche. Lulu schon immer, aber ich seit dem Schwert. Vieles hat sich verändert, nun stehen wir im Auftrag der Himmel. Darüber wird später mehr nachzudenken sein. Nun haben wir andere Probleme. Die anderen sind inzwischen unsichtbar gezaubert worden und machen sich auf zum Fahrzeug. Lulu und mir gelingt es indes, den Dämon abzulenken. Sichtbar wie wir sind. Wenig später schaffen auch wir es zum Fahrzeug und uns gelingt die Flucht.

Auf der Suche nach Verbündeten

Wir brechen auf zu Bels Schmiede. Ketis hat dort einen Pakt einzulösen. Er gibt die für Bel gesammelten Stäbe ab. Die anderen Stäbe liegen schon bereit, nun fügt er die letzten der Sammlung hinzu. Bel erklärt nicht, was nun damit passieren soll. Sie würden zum Einsatz gebracht. Mehr verrät er nicht. Er verweigert uns die Unterstützung bei unserem weiteren Anliegen. Wir haben noch immer einen Pakt mit ihm, Zariel das Handwerk legen zu müssen. Doch der bindet nur uns. Bel hat die Hände voll zu tun, seit Gargauth wieder frei ist.

Wir machen uns wieder auf den Weg. Ehe wir losfahren können, geht plötzlich Veil zu Boden. Ihr Amulett ist plötzlich sehr, sehr schwer. Es bewegt sich durch den Sand, gräbt sich ein. Uns gelingt es nicht, sie davon zu befreien. Das Amulett zerrt an ihr, als wolle es ihr einen Weg weisen. Folgt sie diesem Weg, beginnt es zu glitzern. Wir steigen zurück in unser Fahrzeug, folgen etwas dem uns gedeuteten Weg. Veil wirkt währenddessen in einen Brief vertieft, den sie schon vor längerer Zeit noch im wandernden Emporium zugestellt bekommen hat. Viel erzählt sie davon nicht. Vielleicht führe uns das Amulett zu Kostchtchie, dem Dämonenfürsten. Jedenfalls sei es wichtig, dem Amulett zu folgen.

Wir fahren um die das Heereslager von Bels Armee herum. Ketis nimmt einen kleinen Umweg, um Lucile nicht zu begegnen. Der Weg um den See von Schlacke aus Bels Schmiede und seine Armee herumführt uns schließlich zu einer Schlucht. Hier müssen wir hinab, wenn wir weiter dem Amulett folgen wollen. Wir werfen einen Stein die Schlucht hinab, in ein dunkles Loch. Wir hören den Stein nicht am Boden aufprallen. Gut, dass wir den Stein zuvor mit magischem Licht erhellt haben. Als er noch fällt, sehen wir kurz im Schatten einen großen Riesen an einen Pfeiler in der Mitte dieses Lochs angekettet. Dort müssen wir hinab. Toni spricht einen Zauber und die Sterblichen springen in das Loch hinab. Lulu und ich fliegen.

Unten werden wir bereits erwartet.

Kettenteufel