Visionen

Lesedauer ~ 6 Minuten · 8. Mai 2021

In Ketis Händen der Vertrag. Seit er ihn ausgerollt hat, wird es auch etwas neblig. Der Nebel offenbart einen anderen Ort, wie in einer Spiegelung. Durch die Spiegelung sehen wir Sasilas, wie er sich in einem Fahrzeug bewegt. Er scheint uns auch bemerkt zu haben. Dieser Spiegel geht in mehrere Richtungen. Und ehe wir viel daraus machen können, ist er durch den Spiegel gesprungen und steht nun tatsächlich vor uns. Der Vertrag kann offenbar eine Verbindung zwischen seiner Hälfte und der Hälfte Lucilles herstellen, die nun in unseren Händen ist. Nun ist er hier. Kein beruhigender Gedanke. Das letzte Mal, als wir ihn sahen, hatten wir ihn eigentlich getötet. Dachten wir. Freundlicher ist er seitdem nicht geworden, nur das Töten bleibt bislang noch aus. Stattdessen hat er Meinungen zu dem Buch, was wir gefunden haben. Er weiß wohl vom Demonomicon von Iggwilv. Er will es haben, oder zumindest mal sehen. Er wolle uns da aus einem Schlamassel helfen. Kommt nicht in Frage. Lucilles Hälfte seines Vertrags will er auch haben, oder zumindest mal sehen. Kommt genausowenig in Frage. Wie werden wir den Kerl wieder los? Immerhin bekommt er die Eisenkiste auf, die wir nicht aufbekommen haben. Und siehe da - darin sind zwei Gegenstände, die einem Stab ähnlich sehen - oder einem Kolben! Für Ketis ist in jedem Fall einer seiner metallenen Stäbe dabei, wie er sie für Bel besorgen soll. Das andere könnte mit etwas Vorstellungskraft ein Astralkolben sein. Sieht eher aus wie ein Kerzenständer. Könnte zu der Kerze passen, die ich gefunden habe. Die Symbole darauf ähneln sich. Von alledem gelangweilt turnt Sasilas davon, aber auch wir sollten hier langsam verschwinden. Lulu hält draußen Ausschau. Vom Styx her nähern sich ein paar Wolken. Oder Dämonen. Wir werden verfolgt, sollten hier schnell entkommen. Es kann nur Baphomet sein, mit seiner Gefolgschaft, der uns hier einholen will. Dessen bin ich mir sicher. Auch ohne ihn gesehen zu haben. Wir brechen auf, fahren mit dem Fahrzeug davon. Sasilas sind wir nicht losgeworden. Der ist mit an Bord. Ein Problem für später.

Sasilas

Zurück zu Mad Maggie

Wir haben nun alles, was wir brauchen. Die Bauteile für Mad Maggies Traum-Maschine sind komplett. Unser Weg führt uns durch die Feuerebene, über den Nebenarm des Styx, vorbei an Höllenwespen und anderen Monstren, zurück nach Fort Knucklebone. Wir lassen die Kenkus unser Fahrzeug wieder in Schuss bringen. Die vielen Abenteuer, Sprünge über Flüsse, Angriffe von Wespen, Schlaglöcher im Boden von Avernus haben ihm ordentlich zugesetzt. Das verschafft uns wohl oder übel einen Tag Rast hier. Wir suchen zuerst gleich Maggie auf. Ketis und Toni haben ihre eigenen Interessen. Toni möchte Seelenmünzen und putzt dafür das Lokal, Ketis möchte Maggies Metallstab haben, bietet dafür den Vertrag mit Sasilas zum Tausch an. Veil kommt ins Gespräch mit Natasacha. Wir übergeben Maggie die gesammelten Gegenstände. Die Maschine zu bauen wird einige Zeit dauern. Fyron und Ketis gehen mit ihr, ich nehme mir einen Platz im Lokal und komme mit Lulu ins Gespräch. Lulu hört in letzter Zeit Stimmen, sagt sie. Erinnert sich dunkel an ein paar Dinge mehr als zuvor. Der Kerzenständer - oder vielleicht Astralkolben - weckt in ihr Erinnerungen an Lunia. Dort kommt sie her, vom Fuß des Berges Celestia. Sie erzählt etwas von zuhause. Von den Wäldern, Seen und Höhlen. Nach einiger Zeit erscheint Fyron. Ein Mann des Glaubens werde gebraucht, der vielleicht auch etwas von Mechanik verstünde. Der Astralkolben lasse sich nicht mit dem Rest der Maschine verbinden. Man soll sich das mal ansehen. Nun gut. Dort angekommen, nach dem Weg durch ein Labyrinth von Gängen, finde ich die Traummaschine in Maggies Werkstatt vor. Ein paar Stühle sind mit einer Maschinerie verbunden. Von einer Röhre strömt etwas Hitze aus. Dort muss der phlegetorianische Sand gelagert sein, um für Energie zu sorgen. Die nirvanische Box mit ihrer feinen Mechanik übersetzt einige Getriebe-artige Vorgänge. In der Mitte hängt der Herzstein. Doch ein Verbindungsstück fehlt, offenbar der Astralkolben. Maggie hält den Kerzenständer in der Hand, den wir gebracht haben. Der scheint schon zu passen, aber irgendetwas fehlt. Vielleicht die Kerze? Wir platzieren die seltsame Kerze in dem Kerzenständer. Sie passt perfekt hinein. Mit einem Klicken steckt sie dort fest. So passt der Kolben aber auch noch nicht zum Rest der Maschinerie. Nichts passiert. Vielleicht müssen wir die Kerze schlichtweg anzünden. Der Docht brennt, schon leuchten die Symbole an der Seite auf.

Mad Maggie und Mickey

Visionen

Ein gleißendes Licht erscheint. Wir beginnen zu fallen, unnatürlich lange. In den Geschichten aus meiner Ausbildung beginnen so häufig die Visionen Torms. Viele behaupten, sie hätten davon schon einige gehabt und stünden Torm deswegen besonders nahe. Sicherlich ist es nicht für mehr als die Hälfte richtig. Was auch immer hier nun passiert, wir müssen es erleben und zusehen.

Erste Vision

Wir fallen noch immer, durch ein Meer von Weiß und Hell. Wir bewegen uns auf einen dunkleren Punkt zu. Es wird schnell heiß, trocken und unangenehm. Der nun schon allzu vertraute Charme von Avernus. Wir finden uns auf einem Schlachtfeld wieder, umringt von Teufeln und Menschen. Allesamt sind sie tot, die Schlacht ist längs vorüber. Die Menschen und anderen Gestalten Torils tragen das Wappen Elturels, die zwei Sonnen. Ein paar Teufel streifen durch die Felder voller Leichen, trennen sie in Teufel und solche die es noch werden können. Noch immer strahlt hier eine Art weißes Licht. Auf einem Hügel, nach einer leichten Steigung, steht ein Engel, mit ausgestreckten Schwingen, blutverschmiert, umringt von Leichen. Menschen, Elfen, Wesen Torils. Ein Teufel mit riesigen Hörnern erscheint, offenbar eine Art Kommandant. Unter seinen Handschuhe lange, tödliche Klauen. Er betrachtet den Engel, wendet sich dann aber an die Teufel um ihn herum. Er will wissen, wo des Engels Schwert sei.

Zweite Vision

Wir stehen stramm, in Reih und Glied, in der Uniform Elturels. Wir stehen in einer langen Reihe gleichsam gekleideter Soldaten. Wir blicken auf eine grüne Wiese. Weiter vorn findet ein Treffen statt, offenbar Kommandanten verschiedener Heere. Drei Reiter auf mächtigen Rössern. Eine Frau mit dunklem Haar, die wir schon aus Lulus Visionen kennen. Yael. Daneben ein bärtiger, älterer Mann auf einem weißen Pferd. Olanthius. Und nochmal der selbe Engel aus der letzten Vision, auf einem gigantischen goldenen Mammut mit großen Flügeln. Zariel, auf Lulu. Von unserer Rechten nähert sich ein weiterer Reiter, flankiert von einer kleinen Ehrengarde. Der Mann nähert sich, steigt von seinem Pferd und salutiert. Ein weiterer Mann tritt hervor, Haruman, hoher Ritter der Far Hills. Die Verbündeten stellen sich einander vor.

Dritte Vision

Zurück auf rotem, heißem Sand. In der Ferne tobt eine Schlacht. Wir hören ein lautes Trompetensignal - Lulu. In der Nähe sind Zariel und Yael, beide schwer verwundet. Zariel versucht, Yael von etwas zu überzeugen. Diese wehrt sich, doch ihr Auftrag ist klar. Sie soll von hier fliehen, das hell blau und golden leuchtende Schwert in Sicherheit bringen, das ihr gereicht wird. Das Schwert eines Engels. Zusammen mit Lulu bricht Yael auf, sie lassen Zariel zurück.

Vierte Vision

Zurück auf Wiesen und Feldern tobt aber auch hier in der Ferne eine Schlacht. Wieder sind Lulu und Zariel in der Nähe Menschen, Zwerge, Elfen und Rüstungen stehen bereit für den Kampf. Ihre Gegner sind eine Horde Gnolle. Über einen eben noch grünen Hügel strömt eine schwarze Horde von Gnollen. Wir sollen die Flanke bewachen, während Zariel uns allen einen Weg durch die Mitte bahnt.

Lulu