Unter der hohen Halle

Wir schreiben den 28. Flamerule 1494 · Lesedauer ~ 9 Minuten · 16. August 2020

Wir gehen die Treppen hinab. Teufel flüstern für gewöhnlich nicht. Aber man weiß nie. Wir sind vorsichtig. Unten finden wir ein Lager voll von Geflohnenen vor, von Verwundeten. Einige Dutzend, Alte, Frauen, Kinder. Ein paar Männer, die kämpfen können. Der Eingang ist nicht bewacht. Alle scheinen zu erschöpft. Die versteckte Treppe ist der einzige Schutz dieser Zuflucht. Eine Heilerin kümmert sich um Verletzte. Um Bedrin. Wir sind keine Freunde, aber hier in den Höllen ist mir sein Anblick doch lieber als die unbekannten Gesichter bisher. Vor ein paar Stunden erst haben Teufel die Halle überfallen. Ulder und ein paar seiner Leibgarde und Wächter haben versucht, sie zurückzudrängen, mussten sich aber zu den Türmen zurückziehen. Oder zu was davon übrig ist. Die anderen haben in dieser Krypta Zuflucht gesucht. Pherria, die Heilerin, scheint hier das Sagen zu haben. Sie trägt ein großes Buch mit sich, angekettet an ihren Arm. Den Creed Resolute. Sie versucht hier unten ihr Bestes, aber ihre Mittel sind knapp. Ein paar Gänge zu den Gewölben der Halle sind verbarrikadiert worden. Notdürftig, mit Tischen, Stühlen und was sonst zu greifen war. Einige Hellrider bewachen die Gänge, müde wie alle anderen. Die anderen meiden aber die Hellrider. Wer hier in der Hölle stirbt, wird selbst ein Teufel. Zumindest die Hellrider. Pherria erzählt von den Schrecken der letzten Tage, bis wir ein Kratzen und Schleifen von oben hören.

Der Altar! Der Eingang muss sich geöffnet haben. Wir machen uns bereit, aufzuhalten was immer seinen Weg nach hier unten sucht. Doch es ist Ulder Ravengard. Allein, erschöpft, verletzt. Er ist getrennt worden von seiner Truppe, außer ihm hat es noch keiner wieder hier her zurück geschafft. Er ist überrascht, uns hier zu sehen. Wir sind zu seiner Rettung hier, und zur Rettung Elturels. Unser ehernes Vorhaben entlockt ihm ein müdes Lachen. So ganz glauben wir auch selbst noch nicht daran. Doch mit Tyrs Beistand wird es uns am Ende gelingen.

<em><a href="https://dndaux.de/glossary/#ulder+ravengard">Ulder Ravengard</a></em>

Wir müssen Ulders Leute retten. Hier unten können wir niemanden allein lassen. Wir können auch auf niemanden verzichten, der ein Schwert halten kann und nicht auf der Seite der Teufel ist. Wir brechen also sofort auf, Ulder führt uns den Weg an. Die Halle ist enstellt worden, entweiht. Nicht nur die Statuen Torms und der anderen Götter hier sind verunstaltet worden, selbst die heiligen Szenen in den bunten Fenstern zeigen nun nur noch die hässliche Fratze Zariels. Wir kommen zu einem weiteren Altar Torms. Dieser ist gespalten. Wir gelangen wieder nach unten, in die Gewölbe. Dort unten kann man sich verlaufen, und wer weiß, was außer der Dunkelheit noch dort unten lauert? In der Ferne ein Klopfen. Wir horchen auf. Hinter einer Tür vernehmen wir ein klopfen, angestrengt aber laut. Die Tür ist von außen verbarrikadiert. Wer auch immer dort drin ist, ist gefangen. Was auch immer da drin ist. Fyron verlangt ein Passwort. Von der anderen Seite hören wir nur Verwirrung. Immerhin menschlich. Wir öffnen. Auf der anderen Seite finden wir 3 Menschen vor, mit den Abzeichen der Flammenden Faust. Sie sind bewaffnet, bereit zum Kampf - aber auch erschöpft. Sie vertrauen uns, als sie Ulder erblicken. Sie mussten sich in diese Kammer zurückziehen, als sie von einer hässlichen Metallfigur verfolgt wurden. Dabei wurden sie dann hier unten eingesperrt. Wachen einsperren. Nicht, was man von Teufeln für Gewöhnlich erwartet. Wir senden die Befreiten zurück, in die Krypta. Sich erholen, die Geflohenen schützen. Bereit werden für weitere Kämpfe.

Merregon

Wir dringen weiter vor in die Gewölbe. Ulder weist uns den Weg. Er wird vorsichtig. Zuerst leise ist ein Schaben, ein Schleifen zu hören. Gebell. Jemand wird von Hunden angegriffen. Wir eilen dort hin. Zu spät für das Opfer der Hunde, aber noch rechtzeitig für einen Kampf mit seinen Mördern. Höllenhunde, ein Teufel mit einer riesigen Hellebarde und metallener Maske und — ein paar Menschen! Kultisten, offenbar, mit dem Teufel im Bunde. Bevor wir uns lange mit ihnen austauschen können, eröffnen sie auch schon das Feuer mit ihren Armbrüsten. Ein Bolzen ist für Ketis bestimmt, doch ich kann mich noch knapp davor werfen. Der hätte ihn vielleicht erledigt! Wir bekämpfen die Unholde. Kaum ist einer besiegt, zerfällt er zu Staub und Asche. Bevor wir noch mit allen fertig geworden sind, öffnet sich in unserem Rücken eine Tür. Ein weiterer Teufel ist auf den Kampflärm aufmerksam geworden. Ehe wir uns versehen können, greift er schon Surina an. Er trifft sie mit einem gewaltigen Hieb. Sie löst sich in Rauch und Schatten auf, in die Richtung von Toni, und ist dann auch schon verschwunden. Keine Zeit für Verwunderung oder Trauer. Wir müssen auch dem letzten Teufel noch den Gar aus machen. Wir bekämpfen ihn, doch dann ergibt er sich. Er spricht mit uns, fleht um Gnade. Wir könnten ihn doch nicht einfach so töten. Große Worte für einen, der bis eben noch genau das mit uns versucht hat. Doch er hat Recht. Er hat sich ergeben. Wenn ich noch nicht ganz den Sitten der Hölle verfallen bin, kann ich ihn nicht einfach erledigen. Aber retten brauche ich auch nicht. Ich wende mich unseren Verwundeten zu. Die anderen erledigen den Rest.

Wir finden weitere Streiter der flammenden Faust. Gefangene der Teufel. Ulder erkennt sie wieder. Mit den vorhin geretteten, zwei Gefallenen und diesen hier ist sein Trupp nun vollständig. Wir machen uns zurück auf den Weg zur Krypta. Wir sprechen mit Ulder, und mit Pherria. Jetzt ist Zeit, ein paar Dinge zu erfahren. Elturel wird nur noch von zwei Personen, wenn man das so sagen kann, regiert. Ein Minister, ehemals der Finanzen und ein Botschafter aus Erebor. Auch sie haben sich in den Türmen verstecken müssen, können dort aber nicht mehr lange aushalten.

Regierung von Elturel befreien

In einem der Türme verstecken sich die verbliebenen Regierungsmitglieder von Elturel. Von dort müssen sie gerettet werden.

Creed Resolute

Dass die Ritter von Elturel nach ihrem Tod zu Teufel werden ist hier kein Geheimnis. Einige haben sich selbst das Leben genommen, sich direkt auf ihr neues Dasein ohne Regeln und Moral gefreut. Wir wissen, dass der Creed Resolute damit zu tun hat. Das Buch auf dem Friedhof in Baldur’s Gate lässt uns darüber keinen Zweifel. Doch so sehr wir uns dessen sicher sind, so schwer fällt es auch, Pherria zu überzeugen, die noch immer das Buch schützend an ihren Arm gekettet hat. Doch den Einband, der etwas neuer zu sein scheint als die gealterten Seiten des Buchs, verbirgt auch einer ein Geheimnis. Rasch haben wir ihn entfernt und Infernale Schrift kommt zum Vorschein.

Der Verrat Elturels

Im Jahr 1444 DR hat Naja Bellandi, die hohe Aufseherin Elturels ein Abkommen mit Zariel, damals schon Anhängerin Asmodeus, geschlossen. Sie war es, nicht Thavius Kreeg, die Elturel im Gegenzug für den Schutz des Companions nach 50 Jahren Zariel überschrieben hat.

Wir erfahren auch von einem Weg, wie das Absinken Elturels in den Fluss Styx verhindert werden könnte. Auf einem Friedhof, in den Katakomben unter der Kapelle, verbirgt sich ein Artefakt, einen Helm der Visionen Torms erlaubt.

Helm der Visionen finden

Um Elturels Versinken zu verhindern, sind wir auf die Hilfe eines Helms angewiesen, der unterhalb einer Kapelle auf einem Friedhof versteckt liegen soll

Auch Yoryth ist hier gesehen worden! Rastlos ist er längst wieder aufgebrochen, auf der Suche nach jemandem will er die Ketten hinab zum Fluss Styx. Seither hat ihn hier niemand mehr gesehen.

Bevor wir wieder aufbrechen, versuchen wir hier zur Ruhe zu kommen, vielleicht auch etwas zu schlafen. Sind wir schon einen ganzen Tag in Elturel? Oder noch länger? Ohne die Sonne über uns verliere ich das Gefühl für die Zeit.