Ungebetenere Gäste

Wir schreiben den 11. Flamerule 1494 · Lesedauer ~ 14 Minuten · 13. Juni 2020

Die versammelte Gemeinde ist nicht gerade über unseren Besuch erfreut. Kaum haben wir die Tür geöffnet, schlagen uns schon Flammen entgegen. Gezielt. Dem können wir mit Eis begegnen, eine gewaltige Explosion von Eis werfen wir in den Saal. Das erledigt die Kultisten. Bis auf drei, die mehr Monster als Mensch sind. Unheilige Geschöpfe! Doch das ist nicht das unheiligste in dieser Angelegenheit.

Aus einer geheimen Tür kommt Thalamra Vanthampur persönlich. Eine Riesin von einer Frau, alt, kräftig und gefährlich. Sie wirft Blitze auf uns, unheilige Energie, und mit ihr kommen die Teufel. Ketis liefert sich ein Duell mit ihr. Er schießt die gleichen Blitze zurück, sie setzen sich in Flammen. Für einen Moment ist es, als könnte man in den Höllenfeuern die hohe Halle Elturels sehen. Keine Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Ketis teilt gut aus, muss aber auch mehr einstecken, als er vertragen kann. Er fällt, die Teufel rücken näher. Fyron schlägt Thalamra zunächst in die Flucht, Toni und ich können durch die offene Tür stürzen. Die Gnade Torms rettet Ketis, wir erledigen die Teufel im Raum. Fyron setzt Thalamra ordentlich zu. Bevor wir zur Verstärkung dazu stoßen können, flieht sie. Sie öffnet ein Portal in die Höllen und entschwindet dadurch. Sie entkommt.

Monster-Bande der Kanalisation

Der Rest der Kanalisation

Eine Treppe führt nach oben. Von dort hört man Hämmern. Wir müssen unter einer Schmiede sein. Toni sieht auf seiner Karte nach. Das könnte die Schmiede unter dem Anwesen der Vanthampurs sein. Liegt nahe. Wir untersuchen die Halle hier. Die Wanddekoration ist ganz nach dem Geschmack eines guten Kults. Höllen, Qualen, Höllenqualen. Alle neun sind vertreten. Die zerstörte Statue ehrt Zariel. Im Nebenraum ein Opferaltar und ein neuer zeremonieller Dolch für Fyron. Er scheint die zu sammeln. Eine geheime Tür führt zurück in die Kanalisation. Das ist gut, denn an der anderen Tür klopfen Wächter. Mit etwas improvisiertem infernalen Gesang führen wir sie in die Irre. Wir singen passabel genug, dass sie nicht bei der vermeintlichen unheiligen Messe stören wollen. Wer weiß, wie lange das anhält.

Zeit, die Kanalisation zu verlassen, bevor wir hier noch gefunden werden. So zumindest meine Meinung. Meine Freunde sehen das anders. Die Aussicht auf mehr Informationen und Schätze hält sie hier unten. Ich kann sie nicht im Stich lassen, also gehen wir vorsichtig weiter durch die Gänge. Wir kommen zu einer besonders stabilen Tür. Die bekommen wir nicht auf. Also wieso nicht klopfen? Ich bin überrascht - uns wird geöffnet. Von niemand geringerem als Thavius Kreeg. Dem hohen Aufseher von Elturel. Der tot sein sollte. Der zusammen mit Elturel in die Hölle gefahren sein sollte. Der in Baldur’s Gate auf freiem Fuß gesehen wurde. Er hat den Schlüssel zu seinem Versteck hier. Im Glauben, seine Freunde oder Thalamra klopfen an die Tür, öffnet er uns. An den haben wir zahlreiche Fragen. Doch besser nicht hier, besser nicht jetzt. Wir sind noch immer in Gefahr. Das wichtigste muss aber gefragt werden. Hat er Elturel in die Hölle geschickt? Was macht er in Baldur’s Gate? Was macht er hier unten?! Er will Elturels Höllenfahrt knapp entkommen sein. Will Zuflucht in Baldur’s Gate gesucht haben. Will von der Flaming Fist und den Vanthampurs aufgegriffen und verschleppt worden sein, hier unten schändliche Rituale durchzuführen, als Gefangener. Als Gefangener mit einem Schlüssel zu seiner Zelle?

Schild des verlorenen Gebieters

An der Wand hängt ein Schild mit grotesker Verzierung. Das muss das Schild sein, von dem Mortlock uns erzählt hat - mit dessen Hilfe die Stadt korrumpiert werden soll. Thavius will gezwungen worden sein, mit dem Schild die Stadt dem Untergang zu weihen. Mir ist, als spreche das Schild zu mir. Unheilige Dinge gehen hier vor sich. Doch ich bin gewappnet, mein eigenes Schild, von Tyr gesegnet, ist mir Schirm und Schutz genug. Fyron allerdings… kann es gebrauchen.

Wir nehmen Thavius gefangen, gefesselt nehmen wir ihn mit uns. Ebenso das Gold und die Edelsteine in den Kisten hier. Wir suchen weiter durch die Kanäle. Wir finden ein Schlafzimmer, offenbar das von Thavius. Definitiv kein Gefangener hier, dafür ist das Bett zu bequem und die Einrichtung zu luxuriös. Wir werden viele Fragen an ihn haben, sobald wir hier raus sind.

Wir gehen zu den weiteren Türen. Das mit dem Anklopfen hat ganz gut geklappt, also wieso nicht nochmal? Noch sind wir ja auch gut verkleidet, mit den Masken und Roben der toten Kultisten. Wir werden eingelassen - auch in eine Art Kerker, in dem zwei Gefangene bewacht werden. Wir geben vor, sie als Opfer abzuholen. Wir führen sie ab. Außer Hörweite der Wächter geben wir ihnen Entwarnung. Wir stellen uns als ihre Rettung vor, sie stellen sich als Falaster Fisk und Satiir Thione-Hhune vor. Noch eine der Patriars. Wenn das nicht langsam reicht, ein paar Verbündete gegen die Vanthampurs zu finden? Oder zumindest gemeinsame Feinde…

Falaster weist uns auf eine Kiste hin. Seine Meisterin ist eine mächtige Magierin, ihr Spezialgebiet sind die Teufel. Er meint, Thavius kam mit einer kleinen Schachtel nach Baldur’s Gate, die für viel des Unheils verantwortlich sei, dem wir in der letzten Zeit begegnet sind. Vielleicht ist sie der Schlüssel zu allem. Thavius stellt sich unwissend, zu viel abzustreiten hat allerdings keinen Sinn. Nicht alle hier sind so zimperlich bei der Befragung wie ich. Die Kiste hat nun Thurstwell Vanthampur, Mortlocks Bruder.

Slobberchops

Zurück in der Villa der Vanthampurs

Wir finden eine Treppe nach oben. Sie führt in die Villa der Vanthampurs. Zu Thurstwell. Zur Schachtel. Aber zuerst in einen Vorratsraum, in eine Küche. Wir überwältigen den Koch und stehlen die dicke Katze des Hauses. Veil scheint gefallen an ihr gefunden zu haben. Wir sperren eine Bedienstete in einen anderen Vorratsraum. Der Weg nach oben ist bewacht, doch wir tragen noch immer unsere Roben und Masken. Wir werden vorgelassen bis zu Thurstwell. Nachdem wir schon bei den Türen direkt geklopft und den Koch direkt in den Keller geworfen haben, fragen wir auch Thurstwell einfach nach der Schachtel. Wir brauchen sie für Thavius. Magie-Dinge tun. Er verstehe schon. Er versteht nicht direkt, will aber mit uns hinab in den Keller gehen und selbst mit Thavius sprechen. Er nimmt einen Wächter mit.

Thurstwell Vanthampur

Unten im Keller ist es allerdings vorbei mit der Scharade. Der gefangene Koch und der gefesselte Thavius lassen unser Spiel gleich auffliegen. Plötzlich erscheint wieder diese schwebende Katzenhand. Sie drückt zu… und Thurstwell stirbt. Ich hätte einen mächtigen Magier oder Kleriker erwartet, bekommen haben wir aber einen kränklichen und schwachen Mann. Doch Mitleid habe ich mit ihm nicht. Er gehört zu den Vanthampurs und hält in seiner Hand das Instrument der Vernichtung von Baldur’s Gate. Der Wächter ergibt sich, also wird auch er gefesselt und wir machen uns endlich davon. Wir, die befreiten Gefangenen und der gefangene Thavius, noch immer gefesselt. Und nun auch die Schachtel. Und… der Kopf von Thurstwell. Was noch davon übrig ist. Zur späteren Befragung.

Auf dem Weg hinaus sprechen wir mit den befreiten Gefangenen. Falaster rät uns, die Schachtel nicht selbst zu öffnen. Seine Meisterin Sylvira Savikas könne uns helfen. Sie würde uns auch für unsere Unterstützung entlohnen. Der Haken ist nur, dass wir sie dazu in Candlekeep aufsuchen müssen.

Sylvira Savikas in Candlekeep aufsuchen

Wir wollen Falaster Fisks Meisterin Sylvira Savikas in Candlekeep aufsuchen. Sie kann uns mit der Schachtel des Unheils helfen.

Hilfe mit der Schachtel, vielleicht eine Belohnung für die Befreiung Falasters

Mit Satiir Thione-Hhune sprechen wir über die Vanthampurs. Wir glauben, die zahlreichen Entführungen unter den Patriars dienen der Einschüchterung vor den Wahlen zur Nachfolge Ulder Ravengards unter den Großherzogen. Das sieht den Vanthampurs ähnlich. Nun haben wir jedoch eine Verbündete, oder zumindest die Vanthampurs eine Feindin. Beides recht.

Zurück im Versteck

Auf dem Weg werden wir von seltsamen Raben beobachtet. Sie scheinen uns zu folgen und zwischen ihnen liegen andere, tote, Raben. Sie haben etwas teuflisches an sich. Heute wundert mich das nicht mehr. Wir bringen unseren Gefangenen in unser Versteck, zu Reya. Zu meiner großen Überraschung ist sie sehr erfreut, Thavius zu sehen. Sie ist auf seiner Seite. Möchte ihn freilassen. Glaubt uns nicht, was wir über seine Machenschaften zu berichten haben. Doch ihre Meinung ist mir dabei herzlich egal. Sie müssen wir nicht überzeugen. Wir verhören Thavius selbst noch einmal, ohne viel Erfolg. Doch im Schatten der Fackeln sehen wir seine Umrisse anders. Sein Schatten trägt Hörner, Flügel und Hufe.

Wir bringen Thavius zu Zodge. Erstatten Bericht. Über unsere Theorien zum Untergang Elturels, über die Machenschaften im Keller der Vanthampurs, über Thavius… und er glaubt uns kein Wort. Wir haben Zeugen, wir haben Thavius hier und sein Schatten gleicht der eines Teufels. Zumindest den nimmt er fest. Doch mit dem Rest scheinen wir zu weit gegangen. Reicht die Macht der Vanthampurs bis in die Flaming Fist hinein? Wir werden von Dienst suspendiert. Bis auf Weiteres. Nicht nur meine Untergebenen, auch ich. Aber gehen dürfen wir. Immerhin.

Wir machen uns auf den Weg zum nicht mehr so geheimen Versteck. Kurz zuvor wartet diese seltsame schwarze Tabaxi-Frau wieder auf uns, die wir schon vor der Elfsong Tavern getroffen haben. Sie scheint für die Gilde zu arbeiten, hat kryptische Botschaften für uns. Wir brauchen ein neues Versteck, wie es scheint.

Gespräch mit dem Toten - 12. Flamerule

Die Nacht vergeht nicht schnell. Ich liege noch lange wach und debattiere für mich mit Torm, wir brauchen Antworten. Der Schlaf findet mich schließlich, doch meine Träume sind seltsam und verworren. Wir haben in den letzten Tagen mehr neue Fragen als Antworten gefunden. Zeit, selbst einige Fragen zu stellen!

Während Ketis sich auf den Weg macht, ein neues Versteck zu suchen, bereite ich eine Zeremonie vor, für die wir den Schädel des verblichenen Thurstwell brauchen werden. Wir können noch einmal mit ihm sprechen - vielleicht hat er unsere Antworten. Mit der Hilfe Torms können wir noch einmal mit dem Toten sprechen.

Fragen an den toten Thurstwell

Was weißt Du über die Schachtel?
Die Schachtel ist sehr wichtig für Thalamra. Sie gehört Thavius Kreeg
Was möchte Thalamra mit der Schachtel anstellen?
Der Inhalt, so wird vermutet, ist eine Anleitung für den Untergang Elturels
Was weißt Du über die Höllenfahrt Elturels?
Das war Thavius' Gegenleistung für ein halbes Jahrhundert Schutz Elturels durch den Companion
Was war das für ein Tausch?
Elturel war unter Bedränging einer Horde Vampire. Thavius hat allernorts um Hilfe gesucht und sie bei bei Zariel gefunden. Die Seelen der Stadt wurden getauscht gegen 50 Jahre Schutz.
Was weißt Du über den Elf, der das Schild der Familie Vanthampur verkauft hat?
Der verrückte Elf hat das Schild gegen eine Reise in die Hölle eingetauscht. Er hatte Heimweh.

Nun hält uns wenig in Baldur’s Gate. Wir haben einen Sohn der mächtigsten Familie in Baldur’s Gate umgebracht. Sind nicht länger Teil der Flaming Fist. Und wir haben hier auch nicht mehr viel vor. Unser Weg führt uns wohl als nächstes nach Candlekeep. Doch der Eintritt dorthin ist teuer. Der Einlass kostet ein Buch. Nicht irgend eines, sondern eines, was dort noch nicht vorrätig ist. In der größten Bibliothek der Schwertküste noch nicht vorrätig. Veil macht sich sogleich daran, ihr Lebenswerk niederzuschreiben. Ob das genügt? Vielleicht sollten wir uns doch auch die Vorab-Ausgabe eines Buchs besorgen, das Amrik Vanthampur in seinem Regal stehen hat: „Ein Lied von Eis und Feuer und Sturm und Wolke und Hügel“. Ich bin kein großer Leser. Doch das Buch - das würde ich auch selbst gern lesen.