Sibriex

Lesedauer ~ 7 Minuten · 17. April 2021

Die Nächte in Avernus sind selten richtig erholsam. Hinterher ist man wieder bereit für einen neuen Tag, aber schöne Träume, bequeme Betten, die Ruhe nicht mit einem offenen Auge schlafen zu müssen - das sind alles nur noch entfernte Erinnerungen. Es gibt hier nicht einmal Tag und Nacht. Fyron ist schon wach, seine Meditation dauert nie lange. Aber auch Veil scheint schon wach zu sein. Sie reden aufgeregt. Zeit, vollends aufzuwachen. Veil verhält sich eigenartig. Sie wolle hier weg, man solle sie gehen lassen. Sonst geschehe Lulu etwas. Plötzlich geht das Aufwachen besonders schnell. Was geht hier vor? Veil wirkt sehr verändert, wie besessen. Nach kurzer Konfrontation löst sich eine Art Schatten von ihr, taucht hinter ihr als Gestalt auf. Erst schattig, dann mehr. Er entfernt sich etwas von uns. Wir nutzen die Gelegenheit, uns schützend zwischen ihm, Veil und Lulu zu stellen. Er wirkt angespannt, so wie wir. Der Schatten legt sich. Hinter seiner schweren Rüstung verbirgt sich eine Art Katze. Nicht wie Veil. Mehr eine Art Tiger. Und er hat zwei linke Hände. Tatzen. Das haben wir irgendwo schon mal gesehen, nur wo? Darüber wollen wir nicht lange nachdenken. Noch ist er eine Gefahr. Ich versuche, ihn mit einem Zauber festzuhalten, ihn unschädlich zu machen. Der Zauber hat keinen Effekt. Als wäre er einfach von ihm abgeprallt.

Demonomicon

Er schaut zu den Füßen von Veil, wo das Buch aus der Eishöhle liegt. Ob wir denn wüssten, was wir da für ein Buch hätten und mit was für Mächten wir uns da einließen. Toni spricht mit ihm etwas über Zariel, Bel, Gargauth und die anderen. Er selbst schreit aber einen anderen Namen, Iggwilv, voller Zorn und Hass. Danach beruhigt er sich etwas. Wir haben nichts mit einem Iggwilv oder einer Iggwilv zu tun. Den Namen haben wir noch nicht gehört. Dieser Person gehöre wohl das Buch vermutlich war es auch sie, die ihn dort eingesperrt hat. Er kommt also aus dem Buch? Eben schien es noch, als käme er aus Veil. Umwege. Er stellt sich vor als Mordakesh, einst die rechte Hand von Gargauth, dem Herrscher über Avernus - seinem Kenntnisstand nach. Offenbar ist er sehr lange in seinem Buch gewesen. Er will das Buch an sich reißen und mit sich nehmen, damit es keinen weiteren Schaden anrichtet und nicht in die falschen Hände falle. Wir sind uns nicht sicher, ob seine Hände die richtigen wären. Das Buch bleibt also bei uns. Sind unsere Hände die richtigen?! In diesem Buch seien Dämonen und Teufel eingesperrt, wissen Veil und Toni zu berichten.

Sibriex

Sibriex

Wir sind hier fertig. Wir fahren weiter, der Weg führt uns in den Süden. Auf dem Weg zurück über die Brücke am Fuße des Berges werden wir mit Pfeilen beschossen und seltsame Wesen versuchen, sich unserem Fahrzeug in den Weg zu stellen. Wir halten voll auf sie zu, Toni spritzt mit dem Säurewerfer am Bug des Fahrzeugs. Eine der hyänenartigen Kreaturen ist sofort erledigt. Was der Aufprall nicht erledigt, löst die Säure noch auf. Die zweite Kreatur schafft es knapp aber stark angeschlagen auf unser Fahrzeug. Wir anderen geben ihr den Rest. Wir fahren weiter, ohne langsamer zu werden. Nach einigen Stunden kommen wir am Dämonenschreck an, haben auf dem Weg Felsspalten, Schwärme von Höllenwespen und andere Dinge hinter uns gelassen. Wir wechseln den Fahrer, Ketis hat die erlaubten Lenkzeiten für heute schon erreicht. Ich übernehme das Steuer, Ketis als Beifahrer lotst mich weiter. Von Bel hat er den Auftrag erhalten, einen gewissen Sibriex aufzusuchen, der eine Menge Informationen für uns habe. Ich bin mir sicher, dass hauptsächlich Bel von den Informationen profitieren wird. Den Vertrag für Ketis zu erfüllen hat sicher aber auch Vorteile für uns. Vielleicht springen ja auch ein paar Informationen für uns dabei heraus. Also auf, zum Sibriex. Toni erfährt telepathisch vom Sibriex, schon bevor wir dort ankommen. Dort erwarten uns ein Arcanaloth und zwei Kettenteufel, die mit ihren Ketten ein großes Wesen gefangen zu halten scheinen. Auf dem Boden ist eine Markierung, die zu überqueren sich hier alle anstellen. Das sollten wir wohl genauso machen. Der Arcanaloth versucht offenbar, verschiedene Antworten vom Sibriex zu erhalten. Als Ketis das Erkennungszeichen Bels macht, dürfen wir uns nähern. Das Unterfangen des Arcanaloth scheint bisher nur von geringem Erfolg gekrönt zu sein. Der Sibriex weiß viel, gibt es aber nicht ohne weiteres Preis. Nun hören auch wir in unseren Köpfen telepathisch Dinge, die von diesem Wesen kommen müssen. Kauderwelsch, verwirrtes Rauschen. Ketis möchte wissen, wo es noch mehr von den Metallstäben gebe. Das Wesen scheint die Information zu haben, will im Austausch aber auch Wissen von uns haben. Wir wissen so einiges. Was wir dem Wesen aber nicht geben wollen ist seine Freiheit. Dafür scheint es zu gefährlich. Das sagen wir zwar nicht, ahnen tut er es aber trotzdem. Kann wohl Gedanken lesen. Er wird agressiv, die Gedanken in unseren Köpfen werden lauter, es mischen sich Drohungen darunter. Ketis, der Arcanaloth und einer der Teufel gehen in die Knie, als wären sie irgendwie geschwächt worden. Das reicht uns schon als Anzeichen, wir gehen zum Kampf über. Der Arcanaloth legt vor, spricht irgend einen Zauber der dem Wesen ordentlich zusetzt. Veil legt mit einer Horde Schmetterlinge nach. Zauberer. Ketis, der Arcanaloth und der Teufel scheinen gegen den Zauber des Sibriex anzukämpfen. Sie haben sichtlich Schwierigkeiten damit. Ketis wachsen Hauer, wie von einem Wer-Eber. Ist er noch von der Lykanthropie befallen?! Die Ohren des Arcanaloth verschwinden und scheinen davon zu fliegen. Die Gliedmaßen des Kettenteufels tauschen wild ihre Plätze, er fällt darnieder. Ich versuche, mit einem Segen Ketis und den Arcanaloth zu helfen, sich dem Einfluss des telepathischen Wesens zu widersetzen. Das hat offenbar geklappt, plötzlich sieht zumindest Ketis schon gar nicht mehr so mitgenommen aus wie eben noch. Dem Arcanaloth geht es nicht so gut, er teleportiert sich davon. Ketis will nochmal in Verhandlungen mit dem Sibriex treten, bietet ihm die Freiheit an - im Gegenzeug will er die Informationen zum letzten Stab hören. Toni will das Wesen von den Ketten des letzten Teufels befreien, ehe sie es noch vollends erwürgen. Dazu verwandelt er es in ein riesiges Ungetüm mit einem gewaltigen Hals. Der Kampf ist vorbei. Ketis erfährt tatsächlich, was er hören möchte: Alle neun Metallstäbe wurden auf einem fliegenden Schiff aufbewahrt. Nicht alle haben den Weg hinaus gefunden, ehe es abgestürzt ist. Die restlichen sollten also mit ihm zusammen abgestürzt sein, in die Gegend der Feuerstürme im Süden. Wie passend. Die wollten wir wegen des Astralkolbens ohnehin aufsuchen. Auch, wenn ich mich nicht gerade darauf freue. Das Wesen will außerdem noch über irgend einen Wald sprechen, mit Fyron. Wie kommt es denn darauf? Ketis will allerdings bei der Sache bleiben. Dem Wesen passt das gar nicht, offenbar ist eine Art Gier in ihm erwacht, nun will es nicht von seinem neuen Thema abkommen. Es spricht einen Zauber auf Ketis, der wie gelähmt und geschockt stehen bleibt. Das reicht uns, wir erledigen das Wesen nun vollends. Wir haben, was wir von ihm wollen und es war nur noch eine Gefahr.

Nur endet mit dem Tod des Wesens leider nicht die Starre von Ketis. Er bewegt sich noch, schreitet noch umher, wirkt aber wie schlaftrunken und ist nicht ansprechbar. Das scheint sich auch nicht zu bessern. Er wird Heilung brauchen von dieser Krankheit. Die einfachen Arzneien nutzen nichts, dafür wird ein mächtiger Zauber notwendig sein. Torms Gnade allein wird nicht ausreichen, wir werden ein Opfer bringen müssen. Ich weiß auch schon, wie wir das anstellen. Die Vorbereitungen sind anspruchsvoll und wir werden einen unserer Diamanten klein hauen müssen. Kein leichtes Unterfangen. Die Arbeiten und Vorbereitungen werden noch den Rest des Tages dauern, ehe es wieder Zeit für eine Rast ist. Nach unseren Erfahrungen bei der letzten Rast und dem Tigerwesen, das aus Veil erschienen ist, sind wir diesmal vorsichtig. Ehe die letzte Wache endet und Veil aufwacht, wollen wir schon mal die Rüstungen anlegen und vor allem Ketis von seiner Unpässlichkeit heilen. Es kommt, wie wir erwartet haben. Ketis ist nach dem mächtigen Zauber wieder er selbst, wenn man seine Hauer und seine nun sehr dunklen Augen ignoriert. Ansonsten wirkt er wieder wie der alte. Hauer an einem Triton sind ein Anblick, an den ich mich noch gewöhnen muss. Glücklicherweise ist noch einiges vom Diamantstaub übrig geblieben, den wir für den Zauber genutzt haben. Auch die Rüstungen haben wir dann schon an, als Veil erwacht und wieder in seltsamen Stimmen spricht, ehe auch hier wieder eine Kreatur aus ihr entweicht. Wir sind vorbereitet. Die Kreatur spricht, aber verstehen kann ich nichts. Sie spricht wohl Abyssal, soviel kann ich mittlerweilel erkennen. Auch den Namen Iggwilv vernehme ich. Viel mehr nicht. Auch dieses Wesen entfernt sich.

Wie geht es weiter? Ketis möchte den Sibriex einfangen, um einen Vertrag mit Bel zu erfüllen. Dazu müssen wir es aber erst mal wiederbeleben. Immerhin ist es in mehrere Stück zerborsten. So einfach geht das nicht, außerdem haben wir schon einen unserer Diamanten verloren, um Ketis aus seiner Idiotie zu befreien. Wir werden Nachschub brauchen. Also auf zum wandernden Emporium.