Zum Obelisken

Lesedauer ~ 9 Minuten · 20. März 2021

Unsere Reise führt uns weiter. Den See entlang, an dem wir schon waren. Vorbei an Mordenkainens Insel. Sein Turm ist nicht da, nur ein paar Gestalten, die auf ihn warten. Vorbei an alten Ketten, wie sie auch Elturel halten. Wir halten nicht, unser Ziel ist der Obelisk, bei dem wir das Portal finden wollen. Vorbei am Kettenteufel, der dort von ein paar anderen Teufeln angebetet zu werden scheint. Vorbei an einem Skelett, das einem ungetümen Monster gehört haben muss.

Hell Wasp

Angriff der Wespen

Bis plötzlich die Lenkung des Fahrzeugs blockiert. Die Gegend hier ist schwierig zu navigieren, überall hier sind Schlaglöcher, denen es auszuweichen gilt. So eines müssen wir erwischt haben. Ungelenkt fahren wir auf einen großen Felsen zu. Zu wenig gebremst rammen wir geradeaus hinein. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Passiert ist niemandem etwas. Fyron und Lulu gehen hinaus, nachsehen. Irgend etwas brummt seltsam. Vorsichtig! Aus einem Loch, gerade mal so groß wie Toni, wird das Brummen immer lauter. Eine Schar Höllenwespen strömt heraus! Fyron, noch auf dem Fahrzeug, kann sich wegducken. Lulu hat nicht so viel Glück. Eine große Wespe stellt sich an, sie hinfort zu tragen. Wir stürzen aus dem Fahrzeug hinaus. Lulu hängt bereits wie betäubt in den Klauen der Wespe. Ist sie gestochen worden? Die Wespe beginnt, davonzufliegen. Fyron feuert die Harpune hinterher, trifft auch. Der Bolzen vermag es aber nicht, den Panzer der Wespe zu durchdringen. Wir lassen es nicht zu, dass uns Lulu genommen wird! Wir feuern mit allem hinterher, was wir auf die Schnelle aufbringen können. Getroffen sinkt die Wespe im Flug, hält Lulu aber noch immer fest. Mit der Macht Torms gebiete ich der Wespe, Lulu fallen zu lassen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, ein heilendes Wort durch den Wind gesprochen, bringt etwas Kraft in Lulu zurück. Die Wespe lässt sie frei, Lulu kann entkommen, während Fyron und ich den Kampf mit der riesigen Wespe aufnehmen. Doch die nächste Wespe stürzt sich schon auf Lulu. Sie haben es auf Lulu abgesehen. Wieder lähmt sie das Gift, zu schwach um sich zu wehren ist sie der nächsten Wespe schutzlos ausgeliefert. Wir bringen alles auf, was wir haben. Dann bleibt uns wohl nur, die Wespen zu vernichten. In der Ferne kann man ein Nest erkennen, dort wollen sie wohl hin mit Lulu. Wir lassen es nicht zu, im erbitterten Kampf vernichten wir die meisten der Wespen. Mit einem lauten Tröten erledigt Lulu selbst die letzte Wespe, die noch nicht erlegt wurde oder die Flucht ergriffen hat. Das ging gerade nochmal gut. Lulu ist gerettet, sieht aber übel mitgenommen aus. Mit Torms Gnade vermag ich es, sie von ihren größten Verletzungen zu heilen. Während Veil und Fyron sicher gehen, dass sich nicht noch mehr Wespen in dem Loch verbergen, aus dem die ersten kamen, sehe ich mir das Fahrzeug an. Wir haben keine allzu großen Schäden davongetragen. So rostig diese Kiste auch ist - stabil ist sie dennoch. Etwas Wartung könnte sie aber auch vertragen. Der Lenkstab ist verklemmt. Das müssen wir gleich reparieren, sonst fahren wir nirgendwo hin. Hier zu lange zu verweilen ist auch keine Option. Was wollten die Wespen mit Lulu? Und wo wollten sie mit ihr hin?

Hell Wasp Nest

Obelisken

Wir kommen näher zu unserem Ziel. Die Brücke über den Fluss ist flankiert von zwei Wachtürmen. Wir halten nicht an, wir fahren direkt über die Brücke. Auf der anderen Seite wächst ein Berg empor. Hier sind wir richtig, hier wollen wir hin. Mit dem Fahrzeug kommen wir niemals nach oben. Wir müssen Klettern. Von oben kugeln Felsbrocken herab. Das könnte bedrohlich werden. Stattdessen entscheiden wir uns zu fliegen. Toni, jetzt eine Art Vogel ohne Federn aber mit gewaltigen Flügeln, nimmt Fyron mit nach oben. Veil spricht Magie. Ketis und ich können nun auch selbst hinauf fliegen, ganz ohne Flügel. Toni kehrt zurück, Veil zu holen. So schaffen wir es nach oben, ohne den beschwerlichen Aufstieg auf uns nehmen zu müssen. Oder an den Stein-Elementaren vorbei zu müssen, die wir in der Felswand erspähen können. Mit alledem brauchen wir uns nicht beschäftigen, der Flug nach oben verläuft problemlos. Von hier hat man eine gute Aussicht über Avernus. Im Süden ragt ein großes Schwert aus dem Boden der Wüste, neben einem ähnlich großen Helm. Das Ufer des Styx ist auf seiner ganzen Länge mit Wachtürmen ausgestattet. Ganz im Süden, in den brennenden Feldern, steckt ein abgestürztes Luftschiff. Dorthin wird uns unser Weg auch noch führen.

Nun erkennen wir den Obelisken aus der Nähe besser. In seiner Nähe soll das Portal sein, wegen dem wir hergekommen sind. Am Fuß des Obelisken finden wir zwar kein Portal, dafür aber einen Magier mit grauer Robe und spitzem Hut. Er scheint erleichtert, uns zu sehen. Ob wir hier seien, ihn zu befreien. Er wüsste nichts von einem Portal. Er ist wohl hier zur Strafe festgesetzt worden, weil er Seelenmünzen geklaut hat - vom Falschen. Olanthius hat ihn deswegen hier her verbannt. Olanthius. Ich sollte wohl überraschter sein. Olanthius war einer der Oberen von Elturel, zur Zeit als Zariel ihren Feldzug nach Avernus geplant hat. Er war es, der die Stadt als Ausgangsort angeboten hat. Nun scheint er hier in Avernus irgend etwas zu sagen zu haben. Sicherlich auch schon ein Teufel, wie Zariel. Oder Thavius. Lulu hat auch schon von Yael gesprochen. Yael, Olanthius und Haruman, die Generäle unter Zariel. Damals. Heute sicherlich noch in Amt und Würden, nur auf eine neue Art. Ich bin mir sicher, wir werden es noch herausfinden. Und unterbinden.

Nun wollen - sollen wir also den Magier hier befreien. Um den großen Obelisken in der Mitte sind ein paar weitere Säulen aufgebaut. Verschiedene Symbole zieren die. Ich verstehe nichts von Magie. Ich gehe aber davon aus, dass der Magier in ihrem Kreis eingesperrt ist. Fyron versucht, den Magier aus dem Kreis zu ziehen. Der Magier ist in ihrem Kreis eingesperrt. Er wird von unsichtbarer Kraft zurückgeschleudert. Für einen alten Mann nimmt der Magier diesen Rückschlag aber erstaunlich stabil. So klappt es also nicht. Toni unterhält sich etwas mit dem Magier. Offenbar liegt das Geheimnis, den Bann zu brechen, in den Säulen. Wir sollen die alle anfassen und damit aktivieren. Keine gute Idee. Wir kennen weder den Magier noch wissen wir, was dann passiert. Viele andere Möglichkeiten haben wir aber auch nicht. Nachdem es mehr Säulen gibt als wir Leute sind, nutzen wir noch etwas Magie. Ketis beschwört seine knöcherne, fliegende Hand. Toni beschwört dieses durchsichtige Pferd, auf dem er manchmal reitet. Zusammen finden wir eine Säule für jeden. Der Magier nimmt den großen Obelisken in der Mitte. Also los. Wir berühren die Säulen und er aktiviert den Obelisken. Aus diesem wird das von uns gesuchte Portal. Die Säulen beginnen zu schmelzen, der große Obelisk klappt in sich zusammen und magische Runen leuchten auf. Neben Fyron erscheint ein fliegendes Auge, mit Flügeln, fast mechanisch? Neben Veil und Lulu erscheint ein Schwarm Tauben. Ich fühle mich etwas weiter von der Welt entfernt als sonst. Die Dinge scheinen schwerer greifbar. Seltsam. Ketis scheint benommen, von irgend etwas abgelenkt.

Und in der Mitte - das Portal. Wir schreiten hindurch. Wir können nur ahnen, was uns auf der anderen Seite erwartet. Wir wollen zurück nach Cania, in die gefrorene Hölle, dort den phlegetorianischen Sand holen. Beim Gedanken an die Kälte beginne ich schon in Avernus zu schlottern.