Mehr Visionen

Lesedauer ~ 7 Minuten · 15. Mai 2021

Fünfte Vision

Das gleiche Schlachtfeld. Die Reihen der Gnolle lichten sich. Ihre Disziplin ist schlecht, ihre Ausbildung und Ausrüstung unzureichend. Zumindest gemessen an unserem Heer und vor allem uns. Wir scheinen eine kleine Spezialeinheit für die schwierigen Fälle zu sein. So ein schwieriger Fall bewegt sich auf uns zu. Wohl auch eine Spezialeinheit für schwierige Fälle wie uns. Aus der Ferne werden wir schon mit ein paar vereinzelten Pfeilen beschossen. Sicher um unsere Reaktion zu testen. Wir schließen die Reihen, gehen in unsere Positionen. Der Trupp Gnolle ist gut organisiert, nähert sich taktisch. Mehr Pfeile. Wir antworten, mit Pfeilen und Blitzen aus Ketis’ Händen. Schutzzauber werden gesprochen, Toni errichtet eine Barriere, die Gnolle zu spalten und ihr Vorrücken zu verlangsamen. Während einige noch hinter der Wand zurückgehalten werden, überziehen wir die anderen mit unseren eigenen Angriffen. Ihr Anführer ist ein furchteinflößender Magiewirker. Es gelingt ihm, einige von uns zu verängstigen und aus dem Gefecht zu nehmen. Am Ende scheitert er aber doch an meinem Streitkolben. Nach den Verlusten in den Rängen der Gnolle und schließlich ihres Anführers ergreifen die letzten verbleibenden Kämpfer die Flucht.

Gnoll

Wir kehren zurück zum Rest unseres Heeres, formieren uns neu. Die Schlacht um uns herum scheint gewonnen, wenn auch unter Verlusten. In der Ferne jedoch sehen wir einen gewaltigen Riesen, ein Dämon. Größer als die Häuser des Dorfes, in dem er wütet. Er hat Yael in seinen Fängen, verspottet uns. Ehe wir uns versehen ist er samt seiner Geisel durch einen Riss in der Wirklichkeit verschwunden, durch den wir ihm nicht folgen können.

Sechste Vision - der Auftrag Torms

Um uns herum ist nur Dunkelheit. In der Dunkelheit hört man einige Fetzen. Eine Stimme fragt “Wo ist das Schwert?” und Lulu mit zittriger Stimme antworten, dass sie es nicht mehr wisse. Die Dunkelheit weicht schließlich dem Licht, dem Licht des allmächtigen Torm, seiner großen Hand mit dem Auge. Seine ergreifende Stimme fordert uns auf, die Klinge von Zariel zu suchen, denn sie sei der Schlüssel zu ihrem Herzen, ihr größter Wunsch und für uns ein Werkzeug, Elturels Ketten zu durchtrennen. Die Hand wird zu einer Faust. Die Faust scheint etwas zu umschließen, ehe sie sich öffnet um uns zu präsentieren, was sie sicher gehalten hat: ein kleines, goldenes Licht, schwebend - Lulu. Das Schwert sei selbst vor Torm verborgen. Es gebe nur eine, die seinen Aufenthaltsort kenne und die erinnere sich nicht. Die Hand wird kleiner, ihr Licht wird dunkler und gleicht nach und nach mehr einer kleinen schwarzen Kerze, die langsam herunter brennt, bis nur noch das kleine silbrige Ende übrig bleibt. Wir sind zurück in Maggies Werkstatt.

Symbol Torms

Zurück in Maggies Werkstatt

Maggie ist sichtlich verwirrt. Sie hat von alldem nichts mitbekommen. Sie hat nebensächliche Fragen und ist neugierig. Fyron hat alles mitbekommen und hat auch Fragen. Interessiert mich alles nicht. Das war eine mächtige Vision Torms, wie sie selbst seinen devotesten Anhängern nur selten vergönnt ist. Unser Auftrag ist klarer als zuvor: Wir müssen das Schwert Zariels finden. Dazu müssen wir Lulus Erinnerungen stärken.

Wir erzählen Lulu, dass wir sie in unseren Visionen gesehen haben. Wie groß sie war, und dass wir sie mit ihrer Freundin Zariel gesehen haben. Und mit Yael. Sie erinnert sich ein wenig - an Yael, eine Bootsfaht über den Styx. Sie erinnert sich auch dunkel, dass Mahadi Lulu zu Zariel gebracht hat. An einer Leine. Das hat ihr nicht gefallen. Yael hat ihr auch immer von einem Traum erzählt. Lulu ist noch ähnlich verwirrt wie wir. Zeit für eine Rast.

Maggies Traummaschine

Während wir uns ausruhen und für die kommenden Abenteuer stärken, hat Maggie weiter an ihrer Maschine gearbeitet, nun da sie alle Bauteile hat. Alles ist bereit. Lulu soll in die Mitte und wir anderen sollen uns auf die an die Maschine angeschlossenen Stühlen verteilen. Wir bemerken nochmal das große Fallbeil, was Teil der Maschine ist. Bedrohlich hängt es da, bereit die Verbindung zwischen der Maschine und Lulu zu trennen, sollte irgendetwas schief gehen. Glücklicherweise hängt es nicht direkt über Lulu. Noch immer nicht nicht ganz von der Sicherheit dieses Unterfangens überzeugt fügen wir uns trotzdem Maggies Anweisungen. Wir sollen uns entspannen, gleich würden wir einschlafen.

Siebte Vision - aus den Augen Lulus

So ist es. Maggie erzählt noch, sie wolle die Seelenströme mit Hilfe des Herzsteins synchronisieren, was das auch immer heißt. Das bedeutet wohl, dass wir uns wieder in Visionen wiederfinden. Wir scheinen zu fliegen, in Richtung einer Schlacht über eine Stadt hinweg. In der Ferne können wir ein kleines Gefecht erkennen, ein paar Soldaten kämpfen gegen eine kleine Einheit Gnolle. Als der Anführer der Gnolle von einem der Soldaten niedergeschlagen wird, ergreifen die restlichen Gnolle die Flucht. Wir fliegen weiter. Noch immer hören wir auch Maggies Stimme, die von nirgendwo her zu kommen scheint, meckernd über irgend eine Ausrichtung von irgend etwas.

Achte Vision - Bruchstücke

Wir sehen Lulu, in groß. Bei uns ist diesmal auch unsere normal kleine Lulu. Man sieht Zariel auf der großen Lulu sitzen. Ihnen nähert sich Yael, die sich erstmal vorzustellen scheint. Noch eine Stimme ertönt.

Ein Yeenoghu sei zurückgekehrt und verwüste die Gegend der windenden Gewässer.

Zariel meint, Chazaqiel habe alles verraten, woran sie glauben. Man könne ihr nicht folgen - das würde Eidbruch bedeuten.

Zariel ruft ihre Mitstreiter zur Rettung Yaels auf.

Mahadi spricht zu Lulu, sie würde im Emporium jegliche erdenkliche Hilfe finden, die sie sich nur wünschen könne. Dann hört man nur noch, wie etwas Wasser versprüht wird.

Zwischen dem Zwitschern von Vögeln und dem Rauschen von Wind in Bäumen hören wir Zariel Yael fragen, ob sie sich ihr anschließen wolle. Sie wollen gemeinsam größer träumen.

Wieder hören wir Yael, diesmal nicht sprechen. Eine Beschwörungsformel an die himmlischen Wesen. Sie treibt auf einem Boot über den Styx, zusammen mit Lulu, auf der Flucht vor Dämonen. Sie ruft die Himmelswesen zum Schutz herbei, ihnen den nötigen Vorsprung zu erkaufen, um den Dämonen entfliehen zu können. Yael flieht auf der fliegenden Lulu.

Neunte Vision - Lulu und Zariel

Lulu fliegt an einen dunklen Stand, lässt sich langsam in den Sand gleiten und trompetet fröhlich vor sich hin. Sie fühlt sich hier sicher, fühlt sich wohl. Hier ist ihr Zuhause. Hier am Stand gibt es einige Statuen, die verschiedene Szenen zeigen.

An der ersten vernehmen wir Zariels Stimme. Zariel stört sich an den Gegebenheiten, sie fühlt sich krank und wünscht sich Veränderung, die sie hier auf Celestia nicht finden könne. Ihre Hoffnung sind die Sterblichen, mit ihren flüchtigen Leben, ihrer Leidenschaft.

An der zweiten Säule beruhigt Zariel Lulu, die sich über das Hereinbrechen der unendlichen Mächte der Abyss sorgt. Zariel wolle dann eben kämpfen. Sie ist sich sicher, dass sobald die Kämpfe begonnen hätten, sich andere der Sache anschließen würden. Sie sei nicht der einzige unzufriedene Engel.

Lulu und Zariel blicken an der dritten Säule zu den Sternen empor. Ihr gemeinsamer Traum ist unfassbar groß.

An der vierten Säule werden wir Zeuge einer Diskussion über Armeen. Zariel wünscht sich welche, Lulu schlägt die von Yael vor. Zariel ist nicht vollständig überzeugt. Dieses Heer eigne sich eher zum Kampf gegen Banditen-Oger als gegen Dämonenkrieger.

An der fünften Säule sehen wir Lulu und Zariel auf einem Baumstamm sitzen. Sie sprechen über jemanden. Diese würden es nicht schätzen, wenn man ihnen keine Wahl lässt. Es müsse also möglichst lange geheim gehalten werden.

Die sechste Säule handelt von einem Kreuzzug der tapferen, deren Mut nie gebrochen werden soll.

Die siebte Säule handelt wieder von den Sterblichen. Zariel ist erfreut, die Sterblichen haben den ganzen Unterschied gemacht, wo es die Ewigen nicht konnten. Sie haben gekämpft und bewiesen, dass sie keine bloßen Kinder mehr sind, dass sie nicht länger tatenlos zusehen, während Götter und Götterlinge die Ewigkeit verschwenden.

Zariel zeichnet an der achten Säule etwas in den silbernen Sand. Lulu schwebt in der Luft und sieht ihr über die Schulter. Sie sind in ein Gespräch vertieft. Zariel möchte das Gleichgewicht stören. Dämonen gegen Teufel, Himmel gegen Hölle, immer das gleiche. Das große Rad sei eine Falle. Es dreht sich, endet aber nie. Sie will das Rad zerstören. Dazu braucht sie den Blutkrieg. Die Mächte des Himmels weigern sich, einzugreifen und den ewigen Kreislauf zu durchbrechen, der endlos sterbliche Seelen verzehrt. Ihr Plan ist es, eine zweite Front zu schaffen und das Gleichgewicht zu stören. Vielleicht ist es das, was nötig wäre.

Schließlich sind wir nicht mehr auf Celestia. Wir beobachten eine fliegende Lulu und Zariel auf ihr. Sie fliegen über Gras und Wiesen, neben ihnen reitet ein schweres Schlachtross, darauf Yael. Sie kommen zu einem großen Heer, vor einem Portal. Unzählbar viele Soldaten, bereit in die Hölle hinabzusteigen.