Das Leben in der Krypta

Lesedauer ~ 6 Minuten · 22. August 2020

Was ist ein Tag, ohne Sonne und Mond? Hier unten in der Hölle lässt sich schwer sagen, was für ein Tag ist. Oder ob es Nacht ist. Dass wir uns in der Krypta unter der hohen Halle verstecken, macht es nicht einfacher. Langsam verliere ich jedes Gefühl über die Zeit. Wir essen, wenn wir hungrig sind; wir rasten, wenn wir erschöpft sind. Seid wir hier sind, sind wir das häufig, bei all dem Kämpfen. Nicht, dass ich etwas anderes erwartet hätte, in der Hölle. Ich glaube, wir sind nun wie lange hier - zwei Tage? Drei vielleicht? Nicht, dass es eine Rolle spielt. Dennoch liege ich hier zur Rast, vielmehr wach, und zerbreche mir den Kopf darüber, wie sich unser Aufenthalt in der Hölle mit dem Leben in Baldur’s Tor vergleicht.

Weiter vorn ist Unruhe. Leute sind aufgescheucht, eine steinerne Tür schleift am Boden. Doch diesmal ist es nicht der Altar von oben, das kommt von woanders. Besser, wir schauen uns das genauer an. Vorsichtig. Ketis und ich legen unsere Rüstungen an. Die wenigen Wächter und Ulder sind schneller, machen sich bereit, den Eingang zu verteidigen. Die Tür öffnet sich vollends. Statt Kampfgetümmel hören wir aber nur Verwirrung und Aufregung. Ulder kommt zurück. Es sind keine Teufel, die durch den Seiteneingang gekommen sind. Die verbliebene Regierung von Elturel ist angekommen. Sie haben einen geheimen Gang gefunden, der sie sicher bis zum Versteck in der Krypta hat bringen können. Wir haben Glück. Das spart uns den gefährlichen Weg, sie zu suchen und aus verschiedenen Gefahren zu erretten. Allem Anschein nach sind sie aber auch selbst in der Lage, sich zu verteidigen. Eine Tiefling-Frau trägt ein gewaltiges Schwert. Mit ihr kommen noch ein Mensch und ein Elf, mit einem Buch, in Roben gehüllt. Sie haben allerhand Dinge mit Ulder zu besprechen. Sicherlich ist ihre Ankunft hier unten auch nicht unerheblich für den Fortbestand von Elturel. Für uns bringen sie aber nur eine Neuigkeit mit. Dafür ist diese umso wichtiger. Sie haben herausgefunden, wo wir den Helm Torms finden, mit dessen Hilfe wir vielleicht hier entschwinden können. Bisher wussten wir nur, dass wir auf dem Friedhof danach zu suchen hätten. Nun wissen wir auch, wo - und dass es dort gefährlich sei. Das dachten wir uns schon.

Torms Symbol

Das Leben in der Krypta

Die Aufregung legt sich, doch Ruhe kehrt hier unten nie ein. Die Leute hier sind stets auf der Hut, können nur auf sich selbst vertrauen, können sich nur auf sich selbst verlassen für Schutz und Zuversicht. Bisher haben sie zum Companion gebetet. Ihre Gebete werden von niemandem mehr erhört, sie sind verraten und im Stich gelassen worden. Was ihnen fehlt ist der Mut und das Vertrauen auf eine höhere Macht, die sie in ihrem Streiten um ihr Überleben stärkt. Vielleicht gelingt es mir, ihnen etwas Zuversicht zurückzugeben. Wir feiern eine Messe zu Ehren Torms, bitten ihn um seine Gnade und Gerechtigkeit für die Verratenen Elturels. Ich hoffe, es gelingt mir, ihnen das Licht der wahren Götter zurückzugeben. Wir haben hier noch viel vor uns.

Mumie

Währenddessen sind die anderen in den Katakomben gewesen, patrouillieren. Sie haben offenbar Sarkophage gefunden, aus dem Geräusche kommen. Wir untersuchen das genauer. Aus einem der Sarkophage strömt Gas. Zusammen mit dem Feuer der Fackeln keine gesunde Angelegenheit. Wir dichten schnell die Ritzen mit dem Wachs einer Kerze ab. Wir sprechen mit Pherria. Mit den Gasen der Verwesung ist zu rechnen, dagegen hilft Kälte. Feuer ist das schlechteste, was man dagegen einsetzen sollte. Doch die Geräusche in den Sarkophagen müssen untersucht werden, zur Sicherheit des Verstecks hier unten. Das wird natürlich unsere Aufgabe. Toni öffnet magisch den Deckel - der ihn dann sogleich begräbt und einzwängt. Aus dem nun offenen Sarg entsteigt eine Mumie! Die Mumie hat einen glühenden Stein in ihrer Stirn und keine friedfertigen Absichten. Sie beschwört ein mächtiges Erdelementar. Wir nehmen den Kampf auf, gegen das Elementar und die Mumie. Als wir die Mumie besiegen, endet auch ihr Bann auf das Elementar. Nun hat es keinen Grund mehr, weiter gegen uns zu kämpfen. Wir entlassen es in die Katakomben. Vielleicht erledigt es ein paar der Teufel.

Erdelementar

Der Weg durch die Stadt

Für uns wird es Zeit, die trügerische Sicherheit des Verstecks zu verlassen. Wir müssen uns auf den Weg zurück durch die Stadt machen, den Helm Torms finden - in anderen Katakomben, unterhalb eines Tempels auf dem Friedhof.

Wir brechen auf. Der Weg führt uns zurück durch den Smog in der Stadt. Wir versuchen, vereinzelten Teufeln auf dem Weg zu entgehen. Wir kommen vorbei an einem Gebäude, das früher ein Tempel von Chauntea gewesen ist. An einem Turm, der durch den Einschlag von Gestein und Blitzen vernichtet wurde. An einer Konditorei, in der sogar noch Leute hausen. Ihr Gebäck ist längst verdorben. Sie scheinen verrückt geworden zu sein.

Der Friedhof

Der Friedhof ist umzäunt. Im Zaun wartet ein schauriger Anblick - Leichen hängen in den Zäunen, verstreut auf dem Boden. Doch nicht alle Tote liegen hier nur herum. Einige fristen nun ihr Dasein als Zombies und Skelette, die ziellos über den Friedhof zu wandern scheinen. Fyron macht sich, unsichtbar gemacht, auf den Weg, die Gegend und den Tempel zu erkunden, ohne zu viel Aufsehen zu erregen. Aus der Ferne sehen wir großen, gehörnte Gestalten. Wir beobachten die Lage, bis plötzlich Geschrei aus dem Tempel ertönt. Fyron ist zurück, auf der Flucht. Heraus aus dem Tempel dringen Minotauren, verfolgt von riesigen Insekten und einem gewaltigen Skorpion.