Unter der Bäckerei

Wir schreiben den 10. Flamerule 1494 · Lesedauer ~ 13 Minuten · 6. Juni 2020

Wir sind noch nicht weiter gekommen in unseren Untersuchungen. Wir wissen nur, dass die Vanthampurs Dinge im Schilde führen. Schlimme Dinge. Dinge, die wir verhindern müssen. Beweise haben wir noch nicht. Wie wir deren Pläne durchkreuzen sollen, wissen wir noch nicht. Wie genau sie mit den Kultisten zusammenarbeiten, wissen wir noch nicht. Nur, dass sie ihnen Geld geben. Wir müssen ihnen das Handwerk legen, so viel ist sicher. Noch nicht sicher ist, wie viel Zeit wir noch haben und wo wir anfangen sollen.

Wir haben einige Dinge vor heute. Veil und Toni wollen in die Bibliothek. Wir wollen auch die verdächtige Wiedereröffnung einer gewissen Bäckerei untersuchen. Wir wollen den Kultisten das Handwerk legen. Und wir wollen die Vanthampurs stürzen.

Mortlock’s Flucht

Zuerst können wir aber einem von ihnen helfen. Einem, der unsere Hilfe braucht, die Stadt zu verlassen. Toni und Fyron haben einen Weg aus der Stadt erkauft. Was sie das gekostet hat, will ich gar nicht wissen. Vermutlich hänge ich sowieso wieder mit drin. Mortlock aus der Stadt zu schaffen wird nicht leicht. Er ist nicht gerade unauffällig und seine Brüder sind mächtig. Sie haben Magie auf ihrer Seite und goldstarke Verbündete. Glücklicherweise ist der Einstieg in den geheimen Weg aus der Stadt nicht weit weg. Wir machen Mortlock unsichtbar. So viel Magie können wir auch.

Wir bringen ihn zum Eingang, am Pier ist eine kleine Fischerhütte. Dort verborgen finden wir einen Tunnel, der in die Outer City führen wird. Der Tunnel und die Höhlen sind aber nicht sicher. Als Gegenleistung für die Benutzung des Tunnels sollen wir ihn erst „sicher“ machen. Ich rechne mit Banditen, vielleicht ein paar wilden Tieren. Aber nicht mit Fröschen und Wespen, schon gar nicht mit riesigen. Wir haben in ihrer Behausung nichts zu suchen. Um unseren Teil einer Abmachung einzuhalten, müssen wir sie trotzdem alle ausschalten. Wundersame Wesen gibt es hier unten in den Höhlen. Die Frösche haben gleißendes Licht, so dass das Hinsehen schmerzt. Die Wespen haben giftige Stachel und ihre Larven fressen sich durch die Körper, wird man von ihnen gestochen. Doch nichts in der Höhle wird uns so gefährlich wie Toni. Toni hat seine Magie nicht unter Kontrolle. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er uns alle mit einem wilden Feuerball versengt. Mitten unter uns zündet er den Tod bringenden Zauber. Wir kommen nochmal mit dem Leben davon, aber nur knapp. Mortlock spricht und lebt aus, was wir uns alle denken und zimmert Toni eine.

Es gibt doch zwei Dinge, die uns ähnlich gefährlich werden. Da wäre zum einen das Nest der Riesenwespen, in das wird blindlings hinein gelaufen sind, zum anderen aber dann Veil, die ihren eigenen Zauber mittendrin zündet. Die Explosion von Eis, mit der sie die meisten der Insekten erledigt, frisst sich um die Ecken, sucht sich ihren Platz in der Höhle. Um die Ecken, in die Winkel… bis zu mir. Schon wieder das gleißende Licht der unbändigen Magie um mich herum, diesmal kälter als der Winter. Diesmal kann ich mich noch schnell hinter einem Stein zumindest so halb verkriechen. Dennoch, ich bekomme einiges ab. Glücklicherweise aber auch die Insekten. Wir geben der Brut der Insekten den Rest, merzen das Nest aus. Angeschlagen aber noch lebendig retten wir uns nach draußen, wo wir uns von Mortlock verabschieden. Mortlock ist noch immer leicht verärgert über die magischen Schäden, die er durch uns davongetragen hat. Kann man ihm nicht verdenken. Dankbar ist er trotzdem. Er verschwindet in Richtung von Tumbledown.

Für uns bleibt noch der Weg zurück, die die Höhlen. Wir haben noch Dinge in der Stadt vor. Auf dem Weg säubern wir noch den Rest der Höhlen.

Verdächtiger Bäcker

Zurück in der Bäckerei

Wir wollen die Harbreeze Bakery besuchen. Nachsehen, wer die jetzt leitet. Wir müssen einfach wissen, was es damit auf sich hat. Während Fyron und ich uns auf den Weg dorthin aufmachen, hält sich Ketis zur Verstärkung etwas im Hintergrund. Veil und Toni sind auf dem Weg in die Bibliothek, ihre eigenen Recherchen voran treiben. Schriftrollen schreiben. Solche Dinge.

Der Besuch in der Bäckerei ist äußerst sonderbar. Der gleiche Bäcker arbeitet dort noch - sichtlich wenig beeinträchtigt durch Kleinigkeiten wie… seinen Tod. Wir haben diesen Mann sterben gesehen! Doch hier ist er, lebendig und freundlich. Sogar zu uns. Er scheint uns nicht wiederzuerkennen. Er nicht. Aber eine Einrichtung. Die Polster auf den Stühlen und Bänken haben das Muster eines Leoparden. Die Tücher sehen aus wie Blätter eines Waldes. Die Vorhänge glitzern wie Fischschuppen. Das Geschirr hat verdächtige Ähnlichkeit mit Schildkröten. Was geht denn hier vor?!

Der Konditor ist außerordentlich freundlich zu uns. Vielleicht zu freundlich. Auf jeden Fall zu freundlich, für was wir ihm angetan haben. Irgendwo gibt es hier doch einen Haken. Wir fragen einfach mal nach. Wieso wurde die Bäckerei neu eröffnet? Weiß er nicht. Was hat es mit der sonderbaren Einrichtung zu tun? Hatte er einfach Lust drauf, als er aufgewacht ist. Seltsame Dinge. Er geht wieder zu anderen Gästen, in den Keller, zum Lager, Milch holen. Bei der Lagertür hängt ein Poster. Eine goldene Pfeilspitze zeigt nach unten, als wolle es den Weg ins Lager weisen. Die Aufschrift kommt uns bekannt vor:

Ihr werdet zu mir finden – M

M. Der gleiche Spruch wie auf dem Brief, den Toni erhalten hat, als ihm das Kind in Waterdeep den Käfig mit Surina gebracht hat. Die Buchstaben, die Verzierungen, auch spielen wieder mit den Zeichen. Die Muster. Als erlaube sich jemand einen Spaß mit uns. Der Bäcker findet das Poster auch sonderbar. Dennoch hat er es hier hängen gelassen. Woher es kommt, weiß er nicht. Es hing schon dort, als er aufgewacht ist. Wie ein Zeichen für uns. Hier finden wir aber erst mal nichts weiter heraus. Der Keller wäre interessant. Aber jetzt können wir da nicht einfach hinab gehen. Was sollen wir tun — einfach fragen? Dürfen wir mal in Euren Keller hinab? Weil wir neugierig sind? Wir sollten subtiler vorgehen. Vielleicht in der Nacht wieder kommen. Zunächst gehen wir zurück.

Zurück im Unterschlupf treffen wir unsere Kameraden. Veil hat einen Volo getroffen. Offenbar ein großer Gelehrter, der sich mit dem Shadowfell auskennt. Daran scheint Veil Interesse zu haben. Sie hat eine signierte Originalausgabe seines Buchs mitgebracht. Spannend. Bestimmt. Reya war auch unterwegs. Mir wäre es lieber, sie bliebe im Versteck und hielte sich dort versteckt. Mit ihr darüber zu diskutieren führt aber zu nichts. Davon abgesehen weiß sie sich auch gut, selbst auf sich aufzupassen.

Handel und Gegenleistungen - 11. Flamerule

Am Abend wollen wir weitere Untersuchungen in der Bäckerei anstellen. Heute aber müssen wir erst noch einen weiteren Teil des Geschäfts erfüllen, das Toni und Fyron eingegangen sind. Um an Informationen über den Verbleib der Freunde zu gelangen, die Fyron sucht, verkaufen wir irgendwelchen Leuten die Statuen des Drachenkults, nebst ein paar Spruchrollen, an denen Toni gearbeitet hat. Ich will gar nicht so genau wissen, wer diese Leute sind. Ich halte mich lieber etwas im Hintergrund. Fyron erfährt, was er wissen will, hoffe ich.

Fyrons Freunde

Fyron erfährt, wo die Gilde zuletzt die drei Personen gesehen hat, die er sucht:

  • Yoryth ist vor einigen Wochen nach Elturel gereist, wurde seither nicht mehr gesehen.
  • Ein weiblicher Elf ist nach Candlekeep aufgebrochen.
  • Ein Dritter ist vor einigen Wochen spurlos verschwunden, nachdem er zuletzt in der Nähe der Vanthampurs gesehen wurde.

Nochmal zurück in der Bäckerei

Veil und Toni haben die Idee, in den Plänen der Kanalisation die Gegend um die Villa der Vanthampurs anzusehen. Vielleicht stoßen wir so auf etwas verdächtiges. Weit gefehlt. Um die High Hall herum und im ganzen Tempelviertel sind die Pläne nicht vollständig. Zur Sicherheit. Das hilft uns also nicht direkt weiter. Wir wissen nur, dass die Vanthampurs irgend etwas in den Kanälen der Stadt treiben und sogar bereit sind, diejenigen zu verschleppen und zu foltern, die ihnen dabei in die Quere zu kommen drohen. Das könnte auch bald für uns gelten. Wir wollen also schneller sein und selbst herausfinden, was da vor sich geht. Wir stecken ohnehin schon drin. Es gibt nur noch den Weg nach vorn, wenn wir weiteres Unheil für die Stadt verhindern wollen.

Zuerst wollen die anderen aber auch mal die seltsame Bäckerei besuchen, sich selbst ein Bild von der Lage dort machen. Vielleicht etwas über den Keller heraus finden. Nach kurzer Zeit kommt Veil wieder aus der Bäckerei. Sie hat den Inhaber einfach gefragt, ob wir mal in den Keller schauen dürfen. Kein Grund einzubrechen. Wir dürfen. Hm. Einfach fragen. Das könnten wir öfter versuchen. Vielleicht klappt das aber nur bei offenkundig verwirrten Leuten. Der Bäcker führt uns hinab in den Keller seiner Bäckerei. Er führt uns kurz herum, sein Lager ist nicht besonders groß. Aber eine Tür gibt es, die er nicht zu sehen scheint. Wir fragen ihn danach, er hält uns für verrückt. Er sieht da keine Tür. Nur Wand. Er will unsere Namen wissen, dann dürfen wir uns noch ein wenig in seinem Keller umsehen. Ein paar der anderen geben falsche Namen an, als hätten sie etwas zu verbergen. Ich gebe meinen echten Namen an. Ich habe nichts zu befürchten, ich habe die Fist hinter mir.

Die Tür im Keller führt in die Kanalisation. Das kommt uns ja wie gerufen. Die Bäckerei ist ganz in der Nähe der Villa Vanthampur. Das erklärt uns erst mal nicht, was es mit der seltsamen Bäckerei mit ihrem Wiedergänger eines Bäckers auf sich hat, bringt uns aber in unserem anderen Anliegen weiter. Wir waten durch die Kanalisation. Nach einiger Zeit hören wir mehr als das Tropfen des Abwassers und des Echos unserer eigener Schritte. Hier gibt es offenbar Wachen. Patrouillen. Immer zu zweit schleichen sie durch die Kanäle, mit einem Rauchfass gegen den Gestank. Das ist auch notwendig. Hier unten ist die richtige Kanalisation. Schwer auszuhalten, aber sicherlich hilfreich, wenn man unentdeckt finsteren Machenschaften nachgehen möchte. Oder diese aufdecken. Wir warten ab. Zur richtigen Zeit schleichen wir zwischen zwei Patrouillen ebenfalls durch die Kanäle.

unnamed monster

Hier gibt es verschiedene Türen. Einige sind verschlossen, hinter einigen hört man Leute. Wir bleiben unauffällig. Wir stoßen auf einen Lagerkeller, hier unten wird Fleisch gelagert. Sicherlich hilft die Kälte bei der Haltbarkeit, aber der Gestank hilft sicherlich nicht beim Geschmack. Der nächste Raum ist ein kleiner Speisesaal. Blitzblank. Kerzen brennen. Der scheint wirklich noch in Gebrauch zu sein. Ich kann mir gemütlichere Abende vorstellen als Dinner in der Kanalisation. Muss ein Geheimtipp sein. Hinter der nächsten Tür hören wir Gesänge. Ketis versteht sie, auf Infernal. Sie preisen Zariel. Wieso versteht Ketis Infernal? Das wird eine gute Frage für ein anderes Mal. Vorher stoßen wir die Türen auf. Die versammelte Gemeinde ist nicht gerade über unseren Besuch erfreut.