Boareskyr Bridge

Wir schreiben den 21. Kytorn 1494 · Lesedauer ~ 11 Minuten · 18. April 2020

Wir müssen schon bestimmt fünfhundert Meilen unterwegs sein. Schon aus der Ferne erkennt man die riesigen Statuen Bhaals und Cyrics, die auf der Brücke stehen, sich stumm bedrohend. Wir erreichen die Zeltstadt an der Brücke, hier wollen wir Rast machen. Um nicht in Mitten dieser ganzen anderen Leute mit ihren vielleicht zweifelhaften Absichten ungeschützt auf dem Boden schlafen zu müssen, bräuchten wir auch ein Zelt. Wir haben aber keines. Wir gehen in die Taverne.

Dunkle Träume

Eine große Unruhe reißt mich aus seltsamen Träumen. Ich wälze mich wach. Im Waschraum unseres Zimmers will ich mir den Schlaf aus dem Gesicht waschen, für einen neuen Versuch. Das Wasser tropft mir vom Gesicht in den Zuber, zieht feine Wellen, die sich langsam ausbreiten. Ich stehe direkt darüber, aber mein Gesicht kann ich nicht ausmachen. Es dauert einen Moment, bis ein schemenhaftes Antlitz erscheint - nicht mein eigenes. Diesem Gesicht fehlen die Augen und als die Schemen deutlicher werden, sehe ich auch, dass dieser Figur eine Hand fehlt. Tyr. Nicht vielen Gläubigen ist es vergönnt, mit ihrem Gott zu sprechen. Die Oberen prahlen damit, die Botschaft ihres Gottes zu verkünden, sie von ihm selbst auferlegt bekommen zu haben. Fromme Halsabschneider. Die meisten dieser Botschaften beinhalten einen schlecht versteckten Vorteil für den, der sie dem Volk verkündet. Tyr befasst sich nicht mit den Steuern, die an den Tempel zu entrichten sind. Tyr geht es um die Gerechtigkeit.

Als die Erscheinung im Wasser zu mir zu sprechen beginnt, habe ich keine Zweifel. Zu mir spricht Tyr, der Verstümmelte. Man sagt, Tyr und Torm sehen jedes Unrecht voraus, spüren es schon lange Zeit zuvor und noch lange Zeit danach. Das Ebenbild spricht düstere Warnungen aus. Baldur’s Gate droht das Schicksal Elturels, wenn es nicht abgewendet wird. Ich soll meinen Mentor im Tempel aufsuchen. Er mahnt mich, ich soll mein Versprechen halten. Er halte seines.

Graftons Mentor in Elturel aufsuchen

Eine Erscheinung Tyrs hat Grafton aufgefordert, seinen Mentor im Tempel Torms in Elturel aufzusuchen. Baldur's Gate droht schlimmes Unglück, das es zu verhindern gilt.

Boareskyr Bridge

Surina wirkt schlapp. Offenbar hat sie Veil die Münze entwendet und beschäftigt sich in ihrem Käfig damit. Das muss miteinander zusammenhängen. Als ob es nicht schon genug schlechte Omen gäbe. Wir müssen weiter, überqueren die Boareskyr Bridge und sind noch in das Gespräch über die Götter vertieft. Plötzlich - ein Hinterhalt.

Yuan Ti

Eine Gruppe Schlangenwesen greift uns an. Wir haben schon von den Yuan Ti gehört, welche hier die Gegend bedrohen und nun auch uns. Auf der Brücke gibt es keinen Ausweg, sie haben uns den Weg in alle Richtungen abgeschnitten. Niemand von uns ist gewillt, in das vergiftete Wasser des Flusses zu springen. Die Schlangen sind so verschlagen wie ihr Ruf. Sie versuchen, uns mit ihrer Magie einzuwickeln, uns zu trennen, um ein leichteres Spiel mit uns zu haben. Diesen Gefallen tun wir ihnen nicht, wir greifen an! Uns gelingt es knapp, sie in die Flucht zu schlagen und zu erledigen, doch Torteloni wird schwer verwundet. Seine Magie wirkt… einzigartig, er scheint sie nicht unter Kontrolle zu haben, er wird riesig. Nicht, dass das ein Nachteil im Kampf wäre. Er greift sich eine der Schlangen, doch diese wehrt sich und verletzt ihn schwer. Er geht zu Boden. Während die anderen schleunigst versuchen, die dringendsten Wunden zu stoppen, spreche ich ein Gebet zu Torm, er möge unsere Wunden heilen und das Leben des gefallenen Torteloni verschonen.

Bevor ich damit etwas bewirken kann, unterbricht uns eine herbei geeilte Ritterin aus der Trutzburg, welche die Brücke überblickt. Sie rettet Torteloni und kümmert sich um seine Verletzungen. Der Angriff der Yuan Ti war kein gutes Zeichen. Wir sollen unbedingt den hohen Aufseher Kreeg in Elturel aufsuchen und ihn über diese Vorkommnisse informieren. Damit uns Glauben geschenkt wird, übergibt sie mir ein heiliges Symbol Torms mit den Buchstaben D und W darauf. Ein sehr persönliches Kleinod. Man gibt solche Dinge nicht leichtfertig. Ich verwahre es bei meinem eigenen.

Aufseher Kreeg aufsuchen

Nach einem Angriff der Yuan Ti auf die Boareskyr-Bridge und das Lager dort sollen wir den hohen Aufseher Kreeg in Elturel aufsuchen und ihm von den Vorkommnissen berichten. Für unsere Glaubwürdigkeit haben wir ein heiliges Symbol einer Ritterin aus der Burg bei der Brücke erhalten.

Abseits der Brücke sammeln wir uns. Wir machen Rast, uns zu stärken für die weitere Reise. Die Zeltstadt auf der anderen Seite wird angegriffen, doch die Streiter aus der Burg reagieren bereits. Ketis verschwindet zum Fluss und kommt nach einiger Zeit mit einem metallenen Stab zurück. Er erzählt, er habe einen weiteren Handel mit Pipkip geschlossen. Narr. Das hat uns beim letzten Mal schon Probleme gemacht. Er kann es offenbar nicht lassen. Er bekäme nun Zugang zum Vorgesetzten des Teufelchens, mit dem er so gerne Handel treibt. Das hat uns gerade noch gefehlt - noch mehr Teufel oder schlimmeres, mit dem wir uns noch herumschlagen sollen. Er solle einen Stab gut verwahren, erzählt er. Das sei Teil des Handels. Der Stab gleich etwas der Münze. Großartig. An seinem Speer prangen nun auch Fetzen und eine Gravur.

Zariel, oh Zariel, „gefallene Herrscherin”

Das klingt nicht gut. Zariel. Tyr hat mich bereits vor dieser Geschichte gewarnt. Niemand weiß, was mit Zariel nach dem ersten Angriff auf die Höllen geschehen ist. Wir müssen schnell weiter nach Elturel, Rat bei meinem Orden suchen. Sie werden wissen, was zu tun ist.

Zwei Wochen auf Reisen - 27. Kytorn

Vor etwa zwei Wochen sind wir aufgebrochen. Nach der Brücke verläuft unsere Reise zunächst ereignislos. Surina hat sich erhohlt, die Münze ist nun bei Veil. Am Morgen werde ich geweckt. Veil geht es schlecht. Die Münze liegt am Boden, das Gras um sie herum ist schwarz und dürr, als wäre alles Leben herausgesaugt. Ähnlich scheint es Veil ergangen zu sein. Sie ist schwach, sie bereichtet von seltsamen Träumen, ohne jede Farbe, ohne Sonne oder Mond. Die Magie der Münze scheint von ihrem Leben zu zehren. Ich versuche, sie im Gebet zu Heilen und ihr die Gnade Torms zuteil werden zu lassen. Es geht ihr besser, doch in Ordnung ist sie nicht. Diese Münze trägt noch mehr Unheil in sich als wir vermutet haben.

Seltsame Münze untersuchen

Wir haben zwei Straßenräubern eine seltsame Münze abgenommen. Sie birgt großes Unheil. Hat sie die Gelegenheit, saugt sie das Leben aus den arglosen Geschöpfen, die zu leichtfertig mit ihr umgehen. Wir müssen herausfinden, was es mit dieser Münze auf sich hat.

Triel

Wir reisen weiter. Im Wald hören wir einen panischen Schrei, als ginge es einer armen Seele um ihr Leben. Wir eilen herbei und werden Zeuge eines Rituals. Auf einer Lichtung zwischen dem Geäst und Gebüsch halten vier Gestalten einen fest. Zwei andere tragen Dolche, sie quälen ihn. Plötzlich fallen die vier Gestalten um, ihr Lebenshauch scheint ihnen verloren gegangen zu sein. Wir erledigen den einen, der noch steht und schlagen den anderen in die Flucht, doch nicht bevor sie das Ritual beendet zu haben scheinen. Das tote Opfer steht wieder auf, irgendetwas scheint von ihm Besitz ergriffen zu haben. Wir greifen an, können aber nicht viel ausrichten, bevor es verschwindet. Unser Feind ist eine mächtige, unheilige Kreatur. Ketis erkennt in den Kultisten das Gefolge von Orcus, dem Dämonenherrn. Einer hat eine Brosche bei sich, die ihm nicht zu gehören scheint. Es ist das Abzeichen der Hell Riders. Das muss dem Opfer gehört haben. In der Nähe liegt seine Rüstung verstreut. Sie müssen den Gefallenen hier überwältigt, entwaffnet und geopfert haben. Ein schändliches Ritual.

Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei. Hier im Sumpf lauern überall Gefahren. Die größten Gefahren warten im Wasser. Besonders, wenn es so trüb ist wie hier. Nicht sehen zu könne, woher die Krokodile kommen, macht die Gefahr umso schlimmer. Diese Geschöpfe machen mir mehr Angst als alles andere. Seit Jahrhunderten haben sie sich nicht verändert, weil sie nicht mussten. Die perfekten Raubtiere. An der Spitze der Nahrungskette sind nicht wir sondern sie. Und hier ist gleich eine Hand voll davon! Meine Kameraden scheinen sie nicht zu sehen, ich muss sie warnen! Sie dürfen nicht in das trübe Wasser gehen, dort sind die Krokodile am gefährlichsten! Ketis schenkt mir keinen Glauben. Er watet durch das Wasser zu mir, direkt durch eines der Krokodile hindurch! Moment — hindurch? Wir sind hier nicht in einem Sumpf. Eben war es hier doch noch trocken, hier gibt es kein trübes Wasser und keine Krokodile. Doch ihre Bisse fühlten sich echt genug an. Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich kann die Illusion abwerfen. Ich blinzle, ich nehme ein paar tiefe Atemzüge. Ketis ist noch da, die Krokodile sind weg.

Der garstige Untote ist zurück. Er muss es gewesen sein, der mich mit meiner größten Furcht lahm gelegt hat! Bevor wir ihm das Handwerk legen können, verschwindet er wieder. Er treibt seinen Spaß mit Fyron, der sich vor Spinnen zu fürchten scheint. Wir schaffen es nicht, diesem Geschöpf Herr zu werden. Fürs Erste müssen wir dieses Unheil seinen Lauf nehmen lassen, wir müssen hier weg und uns unserer wichtigen Aufgabe zuwenden. Doch die Kultisten haben diesen Untoten sicher nicht beschworen, dass er in diesem Waldstück hier spukt. Ich bin mir sicher, wir werden nochmal mit ihm zu tun bekommen. Wir werden uns ein anderes Mal um ihn kümmern müssen.