Baldur's Gate verlassen

Wir schreiben den 12. Flamerule 1494 · Lesedauer ~ 10 Minuten · 20. Juni 2020

Über dem Meer braut sich ein Gewitter zusammen. Bald beginnt es zu regnen. Schon seit einiger Zeit warten wir hier, erledigen nur noch kleine Angelegenheiten. Uns hält hier nicht mehr viel. Auf unseren Kopf ist sicherlich ein Preis ausgesetzt. Auf den Rückhalt in der Flaming Fist können wir uns auch nicht mehr verlassen. Dennoch gilt es diese Stadt hier zu retten. Nicht der Leute wegen, die hier das Sagen haben. Die waren der Rettung noch nie wert. Die haben sich schon immer selbst gerettet. Andere haben es nicht so leicht. Für die müssen wir aufhalten, was in Elturel schon passiert ist. Dazu müssen wir nach Candlekeep. Dort hin zu kommen ist nicht einfach. Der Eintritt wird uns ein Buch kosten, was dort noch nicht vorrätig ist. Das müssen wir erst mal auftreiben. Zumindest so lange werden wir noch hier bleiben müssen. Immerhin wissen wir schon, wo wir so ein Buch finden können. So langsam geht auch der Lagerkoller los. Alle reden mit ihrer Ausrüstung. Fyron mit seinem Schild, Ketis mit seiner Waffe, Veil redet mit ihrem Amulett. Eigentlich mit dem Taschenspieler Toni, aber das weiß Veil nicht. Und Toni tut, als spräche er durch ein Amulett mit Veil. Das kann nicht gut ausgehen. Ich beschließe, die anderen in ihrem Irrsinn nicht weiter zu beachten und mich wieder dem Gebet zuzuwenden.

Einbruchdiestahl

Fyron bricht ein weiteres Mal bei den Vanthampurs ein. Dort suchen wir ein Buch, mit dem wir den Eintritt in die Feste Candlekeep gestattet bekommen. Mittlerweile klingt das nicht mehr so beeindruckend. Haben wir ja schon ein paar Mal gemacht. Nur ein paar Wachen sind zuhause. Die Vanthampurs selbst sind bei der Beerdigung von Thurstwell, erzählt uns Toni. Der hat wohl seine Großmutter getroffen, im Blumenladen. Die ist auch zur Beisetzung eingeladen. Der Weg in die Oberstadt ist mittlerweile nicht mehr so einfach wie früher, als wir noch im Dienst der Flaming Fist standen. Es kostet uns Eintritt und einige Zeit in der Warteschlange der City Watch, die uns kontrolliert wie gewöhnliche Bürger. Der Einbruch und der Diebstahl sind dafür weniger aufregend. Wir haben damit mittlerweile in der Tat Übung. Ketis scheint Streit mit seiner Waffe zu haben; Fyron wird nicht wie geplant unsichtbar. Wir verstehen natürlich nur die Hälfte der Unterhaltung, Ketis’ Teil. Er scheint darüber zu diskutieren, dass er doch gar nicht so sehr an Zariel glaubt, wie die Waffe denkt. Klingt nach Eifersucht. Etwas Beschwichtigung später scheint er doch endlich wieder seine Zauber sprechen zu können. Fyron geht also unsichtbar hinein, kommt unsichtbar auch kurz darauf wieder heraus, mit dem gesuchten Buch.

Beisetzung von Thurstwell Vanthampur

Das war ja einfach! Nachdem das so schnell ging, können wir doch noch zur Beisetzung von Thurstwell Vanthampur aufbrechen. Die soll “zum Einbruch der Dunkelheit” beginnen. Nicht gerade üblich, so eine Uhrzeit. Andererseits sind es die exzentrischen Patriars, für die diese Veranstaltung aufgezogen wird. Wir werden sehen.

Auf dem Friedhof gibt es einige Überraschungen. Nicht nur findet tatsächlich eine Beisetzung bei Dunkelheit statt, die Gäste sind auch höchst illuster. Tonis Oma ist da und die riesige Schildkröte ist trotzdem nicht die Interessanteste unter der Trauergemeinde. Genausowenig fällt viel Interesse auf den Triton, der ebenfalls zu Gast zu sein scheint. Thalamra Vanthampur ist zurück. Verständlich, schließlich wird ihr Sohn beerdigt. Dafür kann man schon mal aus der Hölle zurückkehren. Thavius Kreeg ist auch wieder hier, offenbar ist er der Zelebrant und steht der Beisetzung vor. Zwei Leute, die wir hier nicht unbedingt hätten wiedersehen brauchen. Satiir Thione-Hhune kommt etwas zu spät. Sie trägt sich aber noch in das Kondolenzbuch am Eingang ein. Die Trauerreden haben wenig tröstliches.

Stattdessen bricht Feuer aus. Thavius Kreeg scheint damit etwas zu tun zu haben. Er spricht Dinge und lange Tentakel aus Flammen schlagen aus dem offenen Grab und ziehen verschiedene Edelleute und City Watch-Wächter hinab, vermutlich in eine der Höllen. Thalamra speit Gift und Galle. Einige der Gäste versuchen zu fliehen, werden von ihr aber mit einer Wand aus Feuer aufgehalten. Dann sehen wir von allem nur noch die Hälfte. Toni versucht, Thavius aufzuhalten und hüllt ihn geschickt in magische Dunkelheit. Das scheint ihn nicht aufzuhalten. Ketis, Veil und Fyron erklimmen die Mauer, die uns von der Beerdigung trennt. Ich sende Torms heiliges Feuer und seinen Hammer auf die andere Seite der Mauer, auf Thalamra. Doch bevor wir sie diesmal endgültig bezwingen können, flieht sie, vermutlich wieder in die Höllen. Das Tor dort hin scheint bereits offen zu sein.

Thavius Kreegs wirkliche Form

Als die Dunkelheit, mit der Toni so geschickt Thavius nicht aufgehalten hat, sich lichtet, erkennen wir einen veränderten Mann dort stehen - mehr Teufel als Mann. Und er trägt noch immer das heilige Symbol Torms. Ein Affront, den ich nicht durchgehen lassen kann. Sein unheiliges Treiben hier entfacht Torms gerechten Zorn in mir. Ein Blitz heiligen Lichts entweicht mir, treffsicher, doch Thavius’ schändliche Magie lenkt sie auf meinen Freund, Fyron. Dann verschwindet Thavius und mit ihm die übrigen Edelleute und Wachen, die um das Grab versammelt standen und nicht fliehen konnten. Die Feuer der Hölle hören auf zu lodern, zurück bleibt nur das leere Grab Thurstwells und in der Nähe das Kondolenzbuch der Beerdigung. Das nehmen wir an uns. Es scheint recht gut gefüllt zu sein mit den Namen aller Besucher, die nun in die Flammen gezogen wurden. Den Namen von Satiir finden wir nicht im Buch. Ob sie auch wirklich mit hinab gezogen worden ist in die Höllen - das kann ich gar nicht sagen.

Wir machen uns auf zurück in unseren Unterschlupf. Reya fällt schwer, zu glauben, was wir ihr von Thavius berichten. Doch glauben muss sie uns diesmal. Sie hält hier nun auch nichts mehr, sie will sich uns auf dem Weg nach Candlekeep anschließen. Sie will Elturel retten. Nun gut. Vielleicht zuerst Baldur’s Gate. Dann sehen wir, was wir für Elturel noch tun können. Wir sehen uns noch einmal das Kondolenzbuch der Beerdigung an. Nicht nur stehen hier die Namen aller möglicher Besucher, selbst die Wachen sind alle namentlich genannt. Auf dem Einband des Buches verbirgt sich auch noch ein weiteres Geheimnis. Schwarz auf Schwarz - nur sichtbar, wenn das Licht richtig darauf fällt - steht dort geschrieben, dass wer sich in diesem Buch einträgt, sich den Vanthampurs verdinge und seine Seele veräußere im Tausch gegen ein Festmahl.

Little Calimshan

Wir wollen die Stadt nun wirklich verlassen. Die Tore sind noch immer geschlossen. Wir verlassen die Stadt, auf dem einzigen Weg, den wir kennen: Durch die Höhlen, die wir selbst von Ungeziefer befreit haben. Dann durch die Outer City. In Little Calimshan wollen wir einkaufen. Bemerkenswert, wie die Leute dort sind. Wir kaufen Dinge zum Naschen - sie haben hier diese halben Schmalzkringel, mit einer etwas bitteren, aber doch zarten Schokolade im Inneren. Spannend. Viel bekommen haben wir sonst aber nicht, außer einen spitzen Hut für Toni und die Erkenntnis, dass wir nicht besonders viel Gold besitzen. Dafür treffen wir Falaster Fisk. Noch immer sehr dankbar für seine Befreiung aus der Gefangenschaft bei den Vanthampurs. Er will auch nach Candlekeep, dort seine Meisterin treffen. Das trifft sich gut, wir haben das Gleiche vor. Wir tun uns also zusammen und fahren los, mit einem Wagen. Die Reise wird sicher sechs bis sieben Tage und Nächte dauern. Mit uns an Bord sind Falaster und Reya. Zusammen brechen wir auf.

Auf der Straße nach Candlekeep

Auf dem Weg nach Candlekeep folgt uns ein Wagen. Ein Heuwagen, mit zwei Bauern vorne auf dem Bock. Seltsam. Ein Wagen voll Heu verlässt die Stadt und fährt auf das Land hinaus? Höchst verdächtig. Als wir unser Lager für die Nacht aufschlagen wollen, kommen sie uns näher als uns Recht ist. Wir wissen alle, worauf es hinaus läuft. Gleich fliegen hier die Fäuste. Doch zuerst fliegen die Bolzen einer Armbrust. Aus dem Heu springen noch zwei - eine davon ist Satiir Thione-Hhune. So viel also zur Dankbarkeit. Wir sollten vielleicht auch Falaster im Auge behalten. Doch zuerst gilt es, die Angreifer zu erledigen. Das stellt sich als schwieriger heraus als zuerst gedacht. Die beiden vom Wagen steigen in die Luft auf mit ihren Flügeln. Das können keine gewöhnlichen Bauern sein. Fyron macht kurzen Prozess mit Satiir und ihrem Kameraden, aber die beiden fliegenden Feinde machen uns mehr Sorgen. Dort oben sind sie schwierig zu treffen und mit ihrer Magie sind sie bedrohlich. Doch mit Torms Hilfe gelingt es mir, die beiden zu lähmen und fest zu halten. Sie fallen zu Boden, wo wir sie etwas besser erreichen können. Auch ihnen machen wir schnell den Gar aus, wir erledigen sie. Mittlerweile haben wir auch damit Erfahrung.