Back to the Ruth

Lesedauer ~ 8 Minuten · 23. Januar 2021

Wir machen uns auf den Weg zurück zu Ruth, den Herzstein holen, der uns versprochen wurde. Und vielleicht erfahren wir auch, wie wir der Dao helfen können. Das steht nicht ganz oben auf meiner Liste. Es hilft aber immer, sich mit weisen Wesen dieser Art gut zu stellen. Die Dao hat angedeutet, sie könnte uns bei unserer Suche nach den Bestandteilen der Traum-Maschine noch den einen oder anderen Rat geben. Die Fahrt führt uns zurück zum Knochenwald. Auf dem Weg beginnt es zu regnen. Saurer Regen. Der Rost löst sich vom Fahrzeug. Ich bin nicht sicher, ob das gut ist. Vielleicht halten manche Teile nur noch wegen des Rosts. Wir versuchen, den größten Regenwolken auszuweichen, das kostet uns einige Zeit.

Nach bestimmt acht Stunden sind wir wieder zurück, wo wir schon waren. Vielleicht sollten wir uns eine Uhr zulegen. Ich habe längst das Gefühl dafür verloren, wie lange wir schon hier unten sind. Fast hätte ich gemeint, alle Tage gleichen sich. Ich weiß aber nicht einmal, ob es gerade Tag oder Nacht ist. Das gibt es hier unten auch gar nicht. Etwas Normalität wäre aber willkommen. Der Wald hier scheint diesmal auch anders. Aufgewühlter. Es fühlt sich an als wären der Wald und der Wind misstrauisch. Der Wind weht uns stark entgegen. Mit dem letzten Rest des Treibstoffs finden wir einen Platz, an dem wir unser Fahrzeug abstellen können. Wo wir zuletzt einen Durchgang zum Hügel hatten, in dem die Hexe Ruth haust, hat sich der Wald wieder geschlossen. Mit ein paar Beilen schlagen wir uns durch die Dornbüsche, bis wir endlich wieder den schrecklichen Knochen-bewachsenen, halb lebendigen Hügel gefunden haben, den Ruth ein Zuhause nennt.

Ruth verschwindet

Ruth freut sich über unsere Ankunft und noch mehr über den für sie vereinbarten Termin. Schwer vorzustellen, was sie unter Entspannung und Körperpflege versteht. Ihrer Behausung nach zu urteilen würde ich das Badehaus der Kultisten in Baldur’s Gate bevorzugen. Sie verabschiedet sich und steigt in eines der herumstehenden Gefäße. Während sie uns noch einschärft, wir sollten uns in ihrer Abwesenheit auf Besuch einstellen, wächst dieser Mörser immer weiter an, bis er sie ganz umschließt - und ist weg. Zeit, hier aufzuräumen und den modrigen Geruch loszuwerden. Wir nehmen einen widerlich dampfenden Topf vom Feuer und zünden etwas Weihrauch an. Der Geruch wird besser, doch beobachtet fühle ich mich noch immer, schon seit dem Wald. Auch das war beim letzten Mal nicht so. Auch die Stimmen sind neu, die aus den Wänden zu kommen scheinen. Nur leise sind sie zu hören, doch wenn man genau hinhört, versteht man auch nichts. Es klingt wie elfisch. Fyron und Veil hören sich das an, scheinen mehr zu verstehen, stellen Fragen. An Stelle von Antworten beginnt der Hügel unruhig zu werden.

Todesfee

Fyron erzählt, wir sollen uns auf Besuch gefasst machen. Es klingt, als laufe oben auf dem Hügel ein gewaltiges Wesen herum. Bei den Erschütterungen fallen Stücke der Decke herab. Toni schützt uns mit einer magischen Kuppel, die das gröbste abzuhalten vermag. Aus den verwinkelten Gängen dringt ein ohrenbetäubender Schrei und Veil sackt zusammen, leblos. Eine Todesfee! Es gelingt mir abermals, Veil zu retten und wieder auf die Beine zu bringen. Torm hat sie noch nicht aufgegeben, er lässt sie und uns nicht im Stich. Wir können uns aber nicht zu lange aufhalten. Die hier sonst eingesperrten Wesen fordern ihre Freiheit und dem im Weg stehen wir. Wir kämpfen gegen die Todesfee, untot wirkende Pflanzen und furchteinflösende Gespenster. Eines erreicht mich, greift nach mir und greift in mich hinein. Mir stehen die Haare zu Berge, bei den furchtbaren Bildern, die sich in meinem Kopf abspielen. Eine Unendlichkeit des Leids! In Wahrheit dauert alles nur wenige Augenblicke, doch solche Erfahrungen verändern einen für immer. Wir erledigen auch diese Gegner. die untote Pflanze hat eine gewaltige Schneise in den Hügel geschlagen, durch die der Weg nach draußen nun sehr viel kürzer und gerader zu sein scheint. Fyron und Veil sind schon nach draußen geeilt, Ketis tut es ihnen gleich. Der ganze Hügel droht einzustürzen, wenn das Wesen oben auf seinem Gipfel weiter die Decke einzureisen versucht. Während ich noch Toni rufe, wir müssten hier schnell verschwinden, bekämpfen unsere Freunde vor dem Hügel schon den Baum, der Löcher in die Decke reißt. Wie alle Bäume ist er am Ende nicht dem Feuer gewachsen, mit dem er vernichtet wird.

Ruths Zuhause gleicht einem Schlachtfeld - ist ein Schlachtfeld, auch als sie endlich zurückkehrt. Sie scheint davon aber weder beeindruckt noch überrascht zu sein. Sie muss mit dem Aufstand der Wesen gerechnet haben, wenn sie nicht hier ist, sie gefangen zu halten. Umso abscheulicher. Wir drängen auf Herausgabe des Herzsteins, der uns versprochen wurde und erfahren noch, dass Ralzala das Blut eines Titanen trinken solle, wenn sie dem Bann entkommen will, der sie hier gefangen hält. Wir haben, wieso wir gekommen sind. Eilig machen wir uns hier davon. Die Wesen und Gestalten des Waldes beobachten uns noch immer, ihre Feindseligkeit ist in der Luft beinahe spürbar. Doch jetzt ist Ruth wieder da und wi rkommen unbehelligt bis zu unserem Fahrzeug. Mit einer neuen Seelenmünze starten wir. Nun haben wir den Herzstein und die nirvanische Zahnradkiste. Unser Ziel rückt näher.

Wir nehmen den Weg zurück zum Dämonenschreck auf uns, Ralzala aufsuchen. Sie weiß vielleicht, wie wir den phlegetorianischen Sand auftreiben können, den wir für Mad Maggies Traummaschine brauchen. Doch sie will zuerst unsere Hilfe, von diesem Ort zu entkommen, an den sie noch immer gebannt ist. Wir erzählen vom Blut des Titanen. So schlüssig das für Ralzala auch klingt - auch sie kennt keinen Titanten. Finden wir jedoch einen, oder zumindest sein Blut, will sie uns im Austausch vielleicht etwas des Sandes besorgen.

Korred Findex

Auf dem Weg zurück nach Fort Knucklebone machen wir halt bei einem Baum. Auf dem Boden von Avernus grünt und blüht es hier, ein gesunder Baum wächst empor, umringt von Gras, Gebäusch und Dickicht. Ein ungewohnter Anblick - dicht und mysteriös wie ein Wald nur sein kann, aber nicht böswillig, verdorben und tot wie der Knochenwald mit Ruths Behausung. Wir machen Halt, wollen uns hier genauer umsehen. Der Baum ist gewaltig gewachsen, ist sicherlich dreihundert Fuß hoch oder höher. Die Blätter rauschen. Es raschelt im Gebäusch. Auch hier scheinen wir beobachtet zu werden. Wir finden einen kleinen Kerl - Findex. Sein zuhause sei verschwunden und er wisse nicht, wie er hier her gekommen ist. Mit ihm sind hier ein paar Dryaden. Wir können sie zurück in ihre eigene Ebene schicken, zurück ins Feywild. Veil gibt sich Mühe und schickt sie zurück nach Hause. Wenigstens eine gute Sache konnten wir hier machen.