Aufbruch nach Avernus

Wir schreiben den 26. Flamerule 1494 · Lesedauer ~ 9 Minuten · 26. Juli 2020

Drei Teufel schreiten durch das Portal. Es herrscht Aufregung. Waffen werden gezogen, Zauberstäbe gezückt. Fyron errichtet eine Feuerwand zwischen uns und den Teufeln. Einige der Ratsmitglieder flüchten, andere stellen sich den Teufeln. Wir werden woanders gebraucht. Sylvira schickt uns dringend ein Buch zu suchen. Elminsters Candlekeep-Kompendium. Kapitel 42. Bis zu ihrem Büro ist der Weg weit, doch sie öffnet uns ein Portal dort hin, hinter den Säulen. Wir stürzen hindurch, gefolgt von einem Teufel. Das Portal schließt sich hinter uns. Teufel kam keiner durch, aber zurück kommen wir so auch nicht. Im Büro angekommen fragen wir Jezebel nach dem Buch. Durch das Fenster sehen wir, dass einer der Teufel uns folgt – auf dem Luftweg. Wir haben das Buch. Kapitel 42. Der Teufel kommt näher, wir haben jetzt keine Zeit lange in schlauen Büchern zu lesen. Eierköpfe! Alles muss immer in Büchern stehen! Statt vieler Ausführungen zum Rübenanbau oder ähnlicher nutzloser Details ist ein Schlüssel abgebildet. Ehe man sich versieht, ist der auch nicht mehr nur eine Zeichnung sondern ein tatsächlicher Schlüssel. Und das Fenster, durch das wir gesehen haben, wie der Teufel näher kommt, ist nun eine große, schwere Holztür. Mit einem Schloss. Der Teufel ist angekommen, Fyron und Toni halten ihn auf, während ich die Tür für uns öffne.

<em><a href="https://dndaux.de/glossary/#miirym">Miirym</a></em>

Eine enge Wendeltreppe führt nach unten. Wir stürzen hinab, der Teufel zwängt sich durch die engen Gänge hinterher. Unten ist eine weitere Tür. Dahinter hören wir Wellen rauschen; wir sind in einer unterirdischen Höhle. Nebeldunst glitzert hier, silbrig und manchmal in sanften Farben. Mir ist, als schmecke er metallisch. Wir schließen hinter uns schnell die Tür. Wie zuerst das Portal ist auch sie augenblicklich verschwunden. Aus den Augenwinkeln vermag man, eine Gestalt im Nebel zu erkennen. Ein riesiges Gebiss, der Kopf eines Drachen. Sieht man aber genau hin, verschwimmen die Umrisse und man sieht wieder nichts als den Nebel. Ein Flüstern kommt durch den Nebel. Eine tiefe, alte Stimme scheint uns entdeckt zu haben. Nun ist auch ein gigantischer Drache in der Höhle zu sehen, wie er durch den Nebel treibt, selbst fast wie Nebel. Wir erzählen dem Drachen vom Chaos über uns, in Candlekeep. Er stellt sich als Miirym vor, erzählt von sich. Sie bekommt hier unten offenbar nicht oft Besuch. Sie ist gefangen und fest gebannt, die Feste vor Angriffen aus dem Untergrund zu schützen. Wie die Ratsmitglieder vermutet haben, weiß sie auch über Elturel zu berichten und kennt einen Ort, an dem wir ein Portal finden könnten. Das Portal zu den Höllen konnte nicht vernichtet werden, also musste es verborgen werden. Auf den Feldern der Toten ist ein fruchtvoller Hain entstanden, nicht ganz natürlich. Dort muss ein Baum gefällt werden, ein bestimmter, und die Illusion endet. Sie kann uns auch direkt dort hin bringen. Doch ihr ist langweilig, uns sie möchte lieber mit uns über unsere Geschichte sprechen, sich erzählen lassen. Sie hat Glück. Veil hat unsere Geschichte schon aufgeschrieben, in einem Buch. Den Einlass nach Candlekeep haben wir uns schon mit dem Lied von Eis und Feuer und Sturm und Wolke und Hügel erkauft. So können wir dem Drachen stattdessen dieses Buch geben. Sollten wir nicht aus den Höllen zurückkehren, ist zumindest unser Andenken so bei einer Kreatur sicher, die uns gewiss nicht vergessen wird.

Die Felder der Toten

Der Drache teleportiert uns in den Wald. Hier müssen die Felder der Toten sein. Die Natur trägt reiche Früchte – Blüten, Beeren, Blätter. Hier lebt aber noch mehr. Durch das Rauschen des Laubs hören wir eine Stimme – tief und alt, aber anders als die des Drachen. Wir werden gewarnt. Fremde sind hier willkommen, solange sie wohlwollende Absichten verfolgen. Die Früchte sind gesund, das Wasser erquickend. Doch es gibt ein Gesetz. In der Mitte stünde ein Baum, ein heiliger Hickory-Baum. Sich diesem zu nähern sei verboten, darauf stünde der Tod. Das macht unsere Suche natürlich einfach. Wir machen uns auf die Suche nach der Mitte des Waldes, zum verbotenen Baum. Wir gehen davon aus, dass hier kein zweiter verbotener Baum steht, der noch eine andere Funktion hat und kein Portal nach Avernus ist. Die Stimme ertönt ein weiteres Mal. Wir sollen uns nicht weiter nähern oder wir würden vernichtet. Doch die Stimme wirkt weniger zuversichtlich als bei ihrer ersten Warnung. Ich frage nach. Wer spricht denn da? Statt einer Antwort hören wir nur Rascheln im Gebüsch. Fyron versucht, der Stimme das Schicksal Elturels zu erklären und zu begründen, wieso der Baum gefällt werden muss.

Lulu

Statt der Stimme hören wir nun ein lautes Tröten. Durch das Gebüsch kommt etwas schnell auf uns zugeflogen. Ein kleiner, goldener Elefant. Lulu. Eigenen Angaben nach nicht der Wächter des Hains. Mehr eine Art Vertretung. Sie wirkt ungefährlich. Sie sitzt am Boden, wir setzen uns mit dazu. Seine beste Freundin war ein Engel – Zariel. Mit ihr zusammen hat sie die Teufel in Avernus bekämpft, bis die Schlacht verloren war. Sie konnte noch ihr Schwert in Avernus verstecken und durch das Portal zurückkehren. Viele andere nicht. Ein weißes Pferd, mit einem Horn, hat ihr geheißen, den Hain zu bewachen. Es gelingt uns, ihr von unserem Plan zu überzeugen. Sie will uns mit in die Höllen begleiten, dort weiteres Unheil versuchen abzuwenden. Fyron setzt den Baum in Flammen. Der Hain verschwindet. Übrig bleibt ein weites Feld, noch immer mit den Spuren von Pferden, Soldaten und Krieg. Und ein Portal, in einer Felsspalte.

In Avernus

Hellhound

Wir schreiten durch das Portal. Eine sengende Hitze schlägt uns entgegen, hart wie eine Wand. Aus der Ferne drängen Schreie heran. Wir sind in einer Stadt, in Elturel. Über uns der Companion, jetzt mit einem kalten Licht. Blitze fahren auf die Stadt hernieder. Reya scheint sich etwas orientieren zu können. Viele Häuser hier liegen in Schutt und Asche. Manche der Fenster sind vernagelt. Hier wohnen immer noch Einwohner der Stadt. Mehr Schreie. In einiger Entfernung trägt eine Menschenfrau zwei Kinder in ihren Armen. Sie flieht, so schnell sie damit kann, vor ein paar Verfolgern. Eine kleine Bande Teufel und ihre Höllenhunde. Wir werden mit ihnen fertig, einer entkommt.

Die Frau mit ihren Kindern ist uns für die Rettung dankbar. Sie war auf der Suche nach Essen. Auf dem Marktplatz bieten Anhänger Ikaias Vorräte an. Ausgerechnet. Die Anhänger des Vampirfürsten, den der Companion vertrieben hat, sind nun die Wohltäter in Avernus. Sicherlich kommt die Wohltat hier aber auch nicht ohne ihren Preis. Bei einer kurzen Rast suchen wir das Gespräch mit den Leuten hier. Viele von ihnen sind bemerkenswert bleich im Gesicht. Einer erzählt, der Vampirfürst sei tatsächlich in der Stadt. Um hier Vorräte zu bekommen, muss man kein Vampir sein. Um von den beträchtlichen Vorräten der Vampirgilde zu bekommen, müsse man ihnen jedoch die Treue schwören. Ein anderer erzählt von Ulder Ravengard hat in der hohen Halle ein Lager aufgeschlagen, als Stützpunkt. Dort werden auch diejenigen beschützt, deren Häuser schon, wie so viele hier, in Schutt und Asche liegen. Doch die Brücken dorthin sind stark bewacht von allerlei Unheil und aus der Richtung der hohen Halle ist eine Rauchsäule zu sehen. Dennoch. Wir müssen dort hin und uns mit den Streitern dort zusammenschließen. Auf uns allein gestellt werden wir in der Hölle sicher nicht lange überleben.

Wir machen uns auf den Weg zu den Brücken. Bevor wir weit kommen, steigt ein grüner Nebel auf. Offenbar gibt es auch in der Hölle so etwas wie Wetter. Die Bewohner ziehen sich Tücher und Schals vor das Gesicht. Der Nebel macht die Leute krank. Auf dem Weg sehen wir einen Galgen. Dort aufgeknüpft ist einer, der noch lebt. Er hält sich fest, ringt um seinen Atem. Ich will ihn retten, doch abermals werden wir angegriffen.